Handhabung Ihrer Geräte-Einsendung
Wie kommt mein Gerät in die Freie Ton- und Bildwerkstatt?
Ganz offen: wenn es einen großen Sack gäbe, in den man alle Paketdienste stecken könnte und mit dem Dreschflegel dann drauf hauen: es träfe keinen Falschen. Egal welchen gängigen Transporteur sie nennen, JEDER hat mir bereits Sendungen zerstört und KEINER hat je freiwillig den Schaden ersetzt, es hat sich auch noch kein einziges Mal gelohnt, eine Zusatzversicherung zu buchen, das Geld nimmt der Paketdienst einfach und zahlt am Ende genauso wenig. Wenn Sie Transportschäden haben, muss zudem binnen einer Woche reklamiert werden, spätere Meldungen verdeckter Schäden werden nach Handelsrecht nicht akzeptiert. Und ohne Anwalt brauchen Sie es gar nicht erst zu versuchen.
Nur mit Kurierdiensten und echten Speditionen geht man einigermaßen sicher, dass die Sendung heil ankommt, der Preis liegt hier allerdings gleich um eine Zehnerpotenz höher. Kann immer noch weit billiger sein, als die möglichen Transportschäden, ja manchmal wird ein Gerät regelrecht vernichtet oder geht verloren. Und wenn Sie Ihre eigene Zeit mit Ihrem eigenen Stundenlohn verrechnen und Ihr Fahrzeug mit einem angemessenen Kilometergeld, dann können Sie Ihr Gerät meist nicht wirklich billiger selber her bringen. Gut, auf Vereinbarung lassen sich meine "Brot- und Butter-Geräte" eventuell bringen und am gleichen Tag abends wieder mit nehmen (z.B. Mission Cyrus, auch manchmal z.B. Onix, Exposure, Symphonic Line, fragen Sie...), das macht die Sache weniger teuer.
Aber im Grunde hat ein Versand mit Kurier seine Berechtigung bei wertvoller Ware.
Und ganz sicher gehen Sie nur bei persönlicher Anlieferung und vor allem Abholung.
Wenn Sie sich einen Weg per Paketdienst sparen wollen: immer den HINWEG, da ist das Gerät noch im Verschleißzustand und wird ja sowieso auch inklusive Transportschäden überarbeitet.
Nichts ist ärgerlicher, als ein wieder perfekt klingendes, restauriertes Gerät auf dem Rückweg zertrümmert zu bekommen oder zu verlieren.
Alles, was Sie nicht selber bringen und/oder holen bzw. hochpreisig transportieren lassen, können Sie vor dem offenbar verpflichtenden 10m-Wurf der Paketdienste nur durch die richtige Verpackung schützen.
Die rundum richtige Verpackung
Es gibt Kollegen, die haben Karton-Systeme und senden Ihnen vorab einen speziellen Karton - für so was fehlen mir die Ressourcen.
Hier deshalb die wichtigsten Punkte, die Ihr Gerät im Karton schützen und auch mich nicht beim Aus/Wieder-Einpacken in den Wahnsinn treiben:
- Das Gerät mit irgend etwas umkleben ist eine absolut schlechte Idee, der Kleber verbindet sich mit dem Lack, das Auspacken und Herausschneiden wird zum Geduldsspiel, leicht kann man dabei das Gerät beschädigen. Noppenfolien um das Gerät nützen im Grunde nichts, jede Verklebung im Karton macht die Verpackung zudem für den Rückweg unbrauchbar.
- Auch speziell zugeschnittene hundert Teile Styropor, Kleinkartons, alte Decken, ein inneres 3D-Puzzle im Karton machen beim stundenlangen Wieder-Verpacken keinen Spaß und abgesehen von der Beschädigungs-Gefahr suboptimaler Lösungen bei Handhabung und Transport muss ich bei so was die unnötige Arbeitszeit auch zusätzlich auf die Rechnung schreiben.
- Der Karton soll robust sein. Aber mehrere feste Lagen Pappe nützen nichts für den Schutz des Geräts. Sie brauchen keine PANZERUNG AUSSEN, Sie brauchen BREMSWEG INNEN.
Denn: - die überwältigende Mehrheit aller Transportschäden an Hifi entstehen durch das Eigengewicht des Geräts bzw. seiner schweren Bauteile, wenn bei Stürzen des Pakets sehr hohe Brems-Beschleunigungen auftreten. Regel: je weniger man außen davon sieht, desto schlimmer. Ist eine Ecke des Kartons eingedrückt und das Gerät war nicht direkt dahinter, dann hatte der Karton noch genügend Brems-Weg und Brems-Zeit. Ist der Karton flach auf eine Außenfläche gestürzt, hat er in kürzester Zeit angehalten, dann werden die Kräfte im Gerät gewaltig, Ringkern-Trafos reißen aus dem Bodenblech, Deckel, Schalter und Potentiometer werden zertrümmert, Bauteile scheren ab...
Für rundum ideal halte ich daher:
- Der feste Karton muss groß genug sein. Heißt:
um das Gerät muss zwischen dem Gehäuse, den Buchsen und Knöpfen und der Wandung des Kartons mindestens 5cm gut gepolsterter Abstand sein, >10cm sind weit besser. - Das Gerät muss exakt mittig eingepackt sein und darf im Karton nicht wackeln, Spiel haben, der fertig verpackte Karton muss "prall" sein.
- Am besten beschaffen Sie sich einen Sack Kunststoff-Flocken, damit füllen Sie den Karton bis fast zur Hälfte
- Auftragsformular herunter laden, ausdrucken, ausfüllen - dabei Datum (für meine Arbeitsreihenfolge und Archivierung) und Unterschrift (damit ich anfangen darf) nicht vergessen - als Fehlerbeschreibung reicht meist "Revision".
- Auftragsformular auf das Gerät legen, Gerät in einen Plastikbeutel einschlagen, nicht verkleben, exakt mittig in den Karton auf die Flocken legen
- auffüllen bis an den Rand - so weit, dass Sie den Deckel FAST nicht mehr zu bekommen. Der zugeklebte Karton soll sich anfühlen wie ein solider Block, da darf nichts den Eindruck machen, als ließe es sich leicht eindrücken, als könne sich das Gerät beim Transport an die Karton-Wand vor-arbeiten um dort einen Treffer zu bekommen.
Wenn Sie das alles richtig machen, ist die Gefahr einer Beschädigung auf ein Minimum reduziert.
Alles was Sie schlecht verpackt her senden, für das kann ich dann auch für den Rückweg nur entweder diese schlechte Verpackung wieder verwenden - dann lasse ich allerdings je nach Einschätzung auch die "Eigenversicherung" auf der Rechnung weg und im Schadensfall müssen Sie selber die Kosten tragen. Oder ich verpacke das Gerät dann neu, das ist aber Zeit und Material-aufwändig und wenn Sie dann eine halbe Stunde mehr und einen Karton zahlen müssen, sind das auf der Rechnung leicht 50€ mehr.
Zum Thema Eigenversicherung
Ausnahmslos alle Standard-Paketdienste haben mich überzeugt, dass Zusatzversicherung raus geschmissenes Geld ist. NIE habe ich davon je einen Euro wiedergesehen, egal wie schuldhaft der Paketdienst die Sendung zerstört oder verloren hat.
Daher habe ich mal die durchschnittlichen Kosten unserer Transportschaden-Reparaturen und Ersatzbeschaffungen zugrunde gelegt und erhebe nun für den Rückversand eine Eigenversicherungs-Gebühr - ich repariere und ersetze damit Transportschäden selber und muss mich nicht mit den Paketdiensten fruchtlos streiten.
WENN Sie diese Standard-Gebühr nicht berechnet haben wollen, dann müssen Sie sich im Schadensfall selber mit dem Paketdienst auseinander setzen, ich bin dann für Transportschäden raus. Gerne versuche ich die Sendung auf Ihren Wunsch bei meinem Paketdienst direkt zu versichern, wenn Ihnen das lieber ist als meine Eigenversicherung, aber auch dann liegt die Handhabung von Transportschäden komplett in Ihrer Hand.