CD-Spieler

Micromega Stage 1

Preis ab 710,-€** (Abholpreis, zuzüglich Versandkosten)
mit 3 Jahren Garantie*
*Erläuterung siehe Garantiebestimmungen
**bei Inanspruchnahme Skonto

Anmerkung Juni 2022:
Ein Kunde bietet gerade wegen Geräte-Überschuss einen von mir frisch generalüberholten Stage5 (~jüngerer Stage2) an - zwar ohne Ringkerntrafo, aber mit perfekter Funktion und durch gute Elko-Auswahl bei der Revision auch überragendem Klang. Auf Anfrage kann ich vermitteln.

Eigenschaften:

  • Frontlader, Philips-CDM12-Laufwerk
  • Digitalausgang
  • Analog-Stereo-Cinch-Ausgang
  • Gehäuse Alu gebürstet, eloxiert, guter Zustand
  • Ersatz-Fernbedienung

Frontansicht

Revision:

  • Alle Elektrolytkondensatoren (bis auf einen "OSCON"- und die Tantal-Typen) erneuert, Steuer-Platine nachgelötet,
  • Laufwerk erneuert
  • Netztrafo auf Müller-Rondo Ringkern-Typ 50VA umgerüstet, klanglich besser, zudem typisches Gehäuse-Brummern weitgehend unterdrückt.
  • Defektes Class-D-Servo-Leistungs-Brücken-IC OQ8844 durch 3 diskret aufgebaute Servo-Brückenverstärker ersetzt

Dieses Gerät hat sozusagen das "volle Programm" erhalten und noch jede Menge Zusatz-Mühe bei der Erforschung von Laufwerks-Phänomenen gemacht, die man im einzelnen nicht auf den Preis schlagen kann. Genaue Information zu den Revisions-Komponenten finden Sie auf der entsprechenden Werkstatt-Seite.

Das Gerät

Rückseite

Ein hartnäckiger Stage

Es handelt sich hier um ein Kundengerät mit diversen bemängelten Punkten. Zunächst ging es mal um unberechenbares Schubladen-Verhalten. Und um Brummen aus dem Gehäuse. Im Laufe der Revision fand sich allerdings, dass so ziemlich ALLES im Argen war, was man sich so vorstellen kann in der Stage-Serie. Insbesondere das Einlesen klappte nicht, weil das Servo-IC - wie so häufig - auf dem Focus-Linsen-Zweig einen defekten Endtransistor aufwies und somit nur noch in Schieflage auf 2 von 4 Töpfen lief. Die meisten Probleme entstanden um das Laufwerk, leider kann man da nicht mehr einfach auf ein frisch produziertes, unzweifelhaftes Laufwerk erster Wahl zurück greifen und hat entsprechend jede Menge Mühe bei der Zusammenstellung von geeigneten Teilen. Immerhin gibt es vom VAM12.4-Laufwerk aber Millionen im Feld, so dass man hier auch langfristig immer einen Ausweg finden wird - im Gegensatz zu Neuware bleibt ein Stage also auf Dauer reparabel.

Übersicht innen

Bei der Schublade muss man anmerken: das Problem prellender Tasten bleibt nach Reinigung und auch nach Taster-Erneuerung, das ist ein Software-Problem, bei der vorliegenden vorletzten Firmware-Version wurde die Tastenabfrage nicht hinreichend "entprellt". Warum dann also nicht von der Version 1.95 auf die Version 1.96 aufrüsten, was für diesen Hardware-Zweig die letzte mir bekannte Version darstellt?
Leider funktionieren dann zwar die Tasten 100% einwandfrei, dafür aber die Fernbedienung nicht mehr - die reagiert dann im Roulette-Stil und extrem unempfindlich. Finde ich wesentlich wichtiger, daher haben die Tasten je einen Dämpfungs-Kondensator erhalten und ansonsten lässt sich das definierte Drücken, bei dem es zu keinerlei Störungen kommt, sehr leicht erlernen.

Leider stimmte auch das mit dem Brummen. Wobei ein ganz wesentlicher Punkt ist, ob der Trafokern des Original-Trafos oder des Ersatz-Trafos vor-magnetisiert wird. Das geschieht gewöhnlich bei externen DC-Quellen, aber auch bei jeder kräftigen sekundären Einweg-Gleichrichtung. Und leider gibt es die im Gerät. Ist im Normalfall auch schwer zu beseitigen, es geht in dem Bereich etwas eng zu: Die Display-Versorgung.
Man merkt das daran, dass beim dunkel-Schalten oder Dimmen des Displays (Bedienfeld Taste mit Glühlampen-Symbol) das Brummen - auch des Ersatz-Trafos - nahezu beseitigt werden kann. Beim Trafowechsel mit Freigabe des üblichen Montage-Platzes auf der Platine entsteht nun aber eine neue Option: der Einsatz eines kompletten (2-Weg) Brücken-Gleichrichters, der eben keine Vormagnetisierung hervor ruft, eingelötet in die normalerweise verdeckten Anschluss-Löcher des Trafos.

Display-Spannung mit Brückengleichrichter

So modifiziert ist das mechanische Brummen bei jeder Display-Helligkeit gleich leise.

Servos und Laufwerk

da hat dieser Kamerad mich noch mal wiederholt extra geärgert: der Ein- und Anbau der Servo-Verstärker-Ersatzschaltung ist schon nicht trivial. Auch die Zusammenstellung des Laufwerks aus Einzelteilen ist eher eine Sache des Hinein-Probierens: Lasereinheit mit korrekter Helligkeit, nicht schon bis auf Anschlag aufgedreht aber insbesondere auch mit passenden Fertigungs-Paramtern und Qualität und einem Antriebs-Magneten ohne Auflösungs-Erscheinungen ist der erste Punkt. Die bei Philips verwendeten Magnete bestanden nämlich viele Fertigungs-Jahre aus gepressten Spänen, überzogen mit einer Silber-Lackschicht. Findet man am Joch des Linsen-Antriebs genauso wie auf dem Plattenteller. Hier wie dort löst dich der Lack - bevorzugt wenn es feucht wurde und die Magnetspäne verteilen sich in die Umgebung. Dass damit die Linsenführung irgendwann nicht mehr funktioniert, verwundert nicht.

Dazu kommen die Motore, die einerseits - seltener - Lagerschäden durch die Benutzung haben, aber sehr häufig Korrosions-Schäden an den Kollektoren bzw. Schleifern durch's unbenutzte Herumstehen. Was hier hilft: Drehen. Gerade der Schneckentrieb-Vorschub-Motor für den Laser-Schlitten neigt zum "Hängenbleiben" nach längerer Nicht-Benutzung. Auch der Disk-Motor mag so was nicht wirklich. Und daher montieren wir in diesen Laufwerken auch bevorzugt regelmäßig Motore, die bei uns einen Tag Dauerlauf an 5V erhalten haben, in beide Richtungen - damit sind die nämlich wieder frei gerieben. Leider geht das hier beim seltener betroffenen Disk-Motor nur zusammen mit dem gesamten Sub-Chassis, denn der Plattenteller ist angeklebt und verhindert einen unkomplizierten Motor-Aus- und Einbau. Lagert man das Gerät nach Bearbeitung einige Zeit, kann es zudem erneut Probleme geben - ist wie mit rostenden Bremsscheiben, ab und zu mal bremsen sollte man eben doch.

Servo-IC-Ersatz in Aktion

Und an dieser Stelle: nur unzureichend eingelaufene Teile und Magnetspäne, da hat mir dieses Gerät einen schlimmen Streich gespielt. Der Vorbesitzer war nach Probehören nämlich gerne bereit die kompletten Revisionskosten dieses Voll-Programms zu übernehmen, dieses nachhaltige Gerät klingt in dieser Preisklasse ja auch überragend. Nur hatte ich eben vom Puck verdeckt übersehen (weil die meiste Zeit der Revision das Laufwerk ja auch getrennt vom Rest im Regal liegt), dass sich der Plattenteller-Magnet auch noch in Auflösung befand. Das Laufwerk wollte ich aus falscher Sparsamkeit bei einem Stage1 nicht auch noch komplett neu zusammenstellen und berechnen, hätte ich mal. Naja, wo sich doch die Lasereinheit absolut einwandfrei gemessen hatte und hier Magnet und Linse auch einwandfrei aussahen. Nun leider ist wohl vom Plattenteller was in den Magnetspalt des Linsen-Antriebs geraten, da hat er beim Kunden plötzlich nicht mehr eingelesen. Und das Gerät ging zurück und wurde mir ohne Bezahlung der Rechnung für 0€ in Zahlung gegeben. Und diese Rechnung muss er hier durch Verkauf jetzt wieder einspielen.

Inzwischen ist das Laufwerk dann eben auch neu zusammengestellt, Magnete einwandfrei. Hat mit nach Standzeit noch mal mit der Focus-Grund-Justage geärgert (das liegt an der geänderten Plattenteller-Höhe, mit den einstellbaren Ersatz-Servos glücklicher Weise kein Problem) und auch gezeigt, dass die Motore Bewegung wünschen. Doch gerade schwierige, zerkratzte gebrannte CDs spielt dieser Stage jetzt sogar hervorragend sicher, mit schnellem Titelsprung.

Brummen ist weg, wirklich jedes Detail überarbeitet. Und das wichtigste: er klingt hervorragend, ein optimal eingesetzter TDA1305, bipolare Analog-ICs in den Ausgangsstufen, nochmals weit besser versorgt, als mit dem Original-Trafo - und natürlich reparabel auf unabsehbare Zeit. Der schlimmste Zahn, das obsolete Servo-IC (wegen dem die Werksvertretung den Service eingestellt hat), der ist gezogen, jeder Fachmann kann die Servo-Kreise nun ggf. reparieren, abgleichen und in Stand halten. Das alles im überragenden Micromega Stage-Design mit gut erhaltenem Gehäuse.

Die Stage-Serie von Micromega

...ist unter den bezahlbaren CD-Spielern bis heute unübertroffen, zumindest sind die klangliche Güte und das edel Alu-gebürstete No-Nonsense-Design in der richtigen Kombination kaum zu überbieten.
Tendenz: schnell, straff, zwar nicht übertrieben voluminös, aber ohne weiteres für akzentuierten, tiefen Bass zu haben.
Die Stage-Geräte konnte man durch Austausch der Wandler-Platine in zwei Schritten aufwerten, jedes Mal wird noch mehr Aufwand Wandler, Versorgung und Ausgangsstufe gesteckt.
Der Austausch der Wandler-Platine programmiert über ein paar Leitungen des Flachband-Kabels die LED-Typ-Anzeige an der Front (um). Wenn ein Stage Gerät also vorne eine bestimmte Nummer zeigt, dann gilt die - nicht unbedingt gilt dagegen mehr die Typen-Bezeichnung auf dem Seriennummer-Schild. Weicht diese Bezeichnung nach unten von der LED-Zahl ab, haben Sie ein aufgerüstetes Gerät vor sich, Abrüstungen gab es dagegen eher selten.

Ursprünglich hatte ich angenommen, die Nummerierung sei durchgängig und die höhere Nummer zeige das bessere Gerät an. In Wirklichkeit gibt es zwei unterschiedlich alte Teil-Serien, die ältere Abfolge Stage 1 bis Stage 3 und die jüngeren Geräte Stage 4 bis Stage 6. Ein Stage 4 ist demnach ein modernerer Stage 1, das gleiche gilt für Stage 2 / Stage 5 sowie Stage 3 / Stage 6.
Ob jetzt aber die jüngere oder die ältere Teil-Serie den besseren Klang liefert, lasse ich dahingestellt. Die jüngere Serie birgt sowohl die jüngeren Laufwerke, als auch die größere Erfahrung bei der Firmware-Programmierung, sie ist z.B. im Gegensatz zur älteren Serie von vornherein für die Verwendung von CD-R programmiert. Beim Stage 1 bis 3 klappt das zwar meist auch, aber nicht aus Entwickler-Absicht - das wird für diese Geräte entsprechend auch weder vom Hersteller, noch von mir zugesichert.

In der jeweiligen Gruppe (1-3/4-6) sind die Baugruppen und die Laufwerks-Firmware größtenteils austauschbar, wobei die Stufen-Unterschiede ausschließlich in den unterschiedlichen Wandler/Ausgangs-Modulen bestehen, das Laufwerk bleibt jeweils bei einem Upgrade unberührt, sieht man mal von gleichzeitig durchgeführten Firmware-Updates ab.

Der Stage1 / Stage4 arbeitet mit einem einzelnen Wandler IC TDA1305 für beide Kanäle, besitzt dafür allerdings schon eine ausgefeilte, Kanal-getrennte Einzelreglung der Ausgangs-Stufen-Versorgung.

Beim Stage 2 / Stage 5 wird darüber hinaus das Multiplex-Stereo-Digital-Signal aufwändig zu zwei Mono-Datenströmen umgeformt und zwei im Dual-Differential-Modus arbeitenden TDA1305-DAC-ICs zugeführt, auch hier werden die Ausgangsstufen dann mit getrennt geregelten Spannungen versorgt.

Beim Stage 3/ Stage 6 schließlich wird schließlich der Analogteil noch aufwändiger versorgt. Beim Stage 3 sind die Ausgangsstufen er von zwei Zusatz-Print-Trafos im Dual-Mono-Modus gespeist, beim Stage 6 wird nur der "normale" Printtrafo verwendet, aber eine gewaltige Siebung und Aufbereitung dazwischen geschaltet, bei der zweiten Halb-Serie ist auch der Aufwand für die Aufbereitung des Digital-Signals nicht mehr so deutlich sichtbar, das ist aber der Zusammenfassung in höher integrierte ICs gedankt und bedeutet eher eine Verbesserung.
Aus Fotos im Netz kann man weiterhin erkennen, dass der Stage 6 eine "Micromega Master Clock", ein vermutlich vergossenes Clock-Modul besitzt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie viel eine genaue Wandler-Taktung noch an Zugewinn bringen kann - das Signal wird allgemein "dichter" und weniger nervig.

Nun heißt das alles beileibe nicht, dass der Einstiegsplayer deshalb Schrott wäre, hier ist alles sehr kompakt gehalten, die Versorgung (sprich Spannungsregelung) bis nahe an die Signalstufen heran gebaut, wie stets bei Micromega das Signal über induktionsfreie Tantal-Kondensatoren geführt. Laufwerk, Hauptnetzteil, Steuerung sind mit den teureren Varianten identisch. Bei einigen Geräten zeigte sich übrigens ein Fehler, der der Serie leider (ähnlich wie bei der QUAD 405-Endstufe) systembedingt innewohnt: aus Platzgründen auf der Laufwerks-Platine hat man bei dem vergossenen Printtrafo in Schnittbandkern-Ausführung das Spannband weg gelassen und sich auf die Verklebung durch das Gussharz verlassen. Je nach Verlauf der Alterung und je nach momentaner Betriebstemperatur bzw. Vormagnetisierung durch Gleichspannung vom Stromnetz brummen diese Geräte mechanisch gern mehr oder weniger laut. Bei manchen war das unerträglich, darum habe ich den Trafo ausgemessen und mir einen neuen, verspannten anfertigen lassen. Der lässt sich jetzt aus Platzgründen zwar wiederum nicht mehr vergießen, dafür ist das Gerät aber auch dauerhaft völlig leise - Ruhe im Karton sozusagen.

Technik und Charakter

Klanglich setzen die Stage-Geräte auf ein akkurat durchgeführtes, platzsparendes Platinenlayout und firmentypische Bauteileauswahl rund um den TDA1305ST-DAC. Ein "halber Bitstream"-Konverter mit der "continuous calibration"-Technik, preisgünstiger als die vorhergehenden R2R-Wandler-Generationen und diesen gegenüber durchaus mit Vor- und Nachteilen behaftet. Auf den ersten "Blick" klingt diese Technik zunächst mal "sauberer". Doch benötigt sie auch eine umso sorgfältigere Außenbeschaltung, wenn sie dem überzeugenden Druck und der Präsenz eines (weit aufwändiger mit Lasertrimmung gefertigten) TDA1541(A) nahe kommen will. Und hier setzt Micromega ganz bodenständig an, macht das besser als im Hause Philips selbst und kommt bei den Stage-Platinen zu sehr kompakten und wohlklingenden Ergebnissen.

der Revisions-Aufwand bei Stage-Geräten

Auf sämtlichen Platinen erneuere ich grundsätzlich alle Elkos, hier arbeiten dann anstelle der ursprünglich verbauten Rödersteine meine Lieblings-Cs von Panasonic - FMs und FCs.
es können aber bei den inzwischen betagten Geräten auch ungewöhnliche Fehler auftauchen, so z.B. haben mir einige Stage-Geräte den Laufwerks-Wechsel übel genommen. Offensichtlich sind die Schlitten-Motore der Tausch-Laufwerke Spannungs-empfindlicher und laufen daher schneller - was zu instabilem Verhalten in Kombination mit dem Tracking führt, hier hilft, wo es die Platine zulässt, eine Anpassung der Steuerspannung am Schlitten-Motor-Treiber-IC, auch kann man einfach den alten Schlitten-Motor im neuen Laufwerk verwenden. Beachtet man dies beim Laufwerks-Tausch nicht, kommt es oft zu einem "Aufschwingen" des Trackings und des Vorschubs, dann fährt der Schlitten andauernd schnell hin und her, bis die Linse das nicht mehr ausgleichen kann und die CD "springt".

Auch Displays können z.B. defekt gehen, der Nachschub dafür ist allerdings begrenzt.

Ganz besonders tückisch ist ein langsames, zellenweises Ableben des Firmware-EPROMS, denn mit defektem Betriebs-Programm ist kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Nach leidvollen Erfahrungen in diesem Bereich habe ich mir ein entsprechendes Lese/Programmiergerät angeschafft und sammele wo immer es geht die Inhalte der (intakten) EPROMs auf meinem Server - so lässt sich jederzeit ein nagelneues Ersatz-EPROM beschreiben und damit ein Firmware-Problem beheben.