Mono - Endstufen
Symphonic Line RG4 Mono-Blöcke
Preis 7460,-€
komplett nochmals neu aufgebaut, 3 Jahre Garantie*
*Erläuterung siehe Garantiebestimmungen
- richtig erwachsene, schnelle, zupackende, saubere Mono-Endstufen mit geringer Signalverteilung und superschnellen Ringemitter-Transistoren. Zunächst mit MK3-Klon und zusätzlicher extra montierter Steuerung. Nach Aufrüstung mit neuen MK3.5-Modulen (z.B. je 2 Relais) mit steckbaren Mindestruhestrom-Modulen und neuen, direkt aufgesteckten SMD-Steuerplatinen.
- Lade-Elkos/Siebung ursprünglich ja 4x 13.000uF Custom Elkos pro Block, erweitert auf 6x 13000µF - wieder ausgebaut.
Jetzt je 6x24.000µF (!) BHC - Anlauf-Strombegrenzung geschlossenes Modul
- Ideal-Rectifier MOSFET-Doppelwellengleichrichter
Was lange währt...
Dieses Paar 80er-Jahre-Monos von Symphonic Line stand seit Jahr und Tag und wartete im Kundenauftrag auf eine Lösung. Die erste Sichtung ergab für mich: die Platinen lasse ich nicht drinnen, ist mir ein zu früher Stand, noch zu gebastelt, zu anfällig - und verschlissen obendrein.
Jemand hatte das mittlere Paar Elektrolyt-Kondensatoren heraus geschraubt, da hatte ich als Ersatz noch ein gebrauchtes Quartett übrig.
Die originale Schutzschaltung - technisch unzureichend, unansehnlich
krumm und schief, hängender Kühlkörper, zwar Induktions-arme, doch frei schwingende, teils unisolierte Metallband-Widerstände (eher was für Messgeräte). Die weinroten Rödersteine sind perfekt, solange sie keine Risse aufweisen, danach geht's ganz schnell den Bach runter. Und die Panasonic-ECH-Elkos laufen gerne aus, das ist hier noch nicht der Fall.
Frühes SL-Routing: ätzt man nur schmale Unterbrechungen in die Fläche, spart man jede Menge Ätz-Flüssigkeit. Ein typischen Kleinserien-Verfahren der Vor-CAD-Zeit.
...und Anfang Juni 2016 kam von einem professionellen Leser der plausible Hinweis, dass hier nicht geätzt, sondern (wie auch zuvor bei Vernissage) gefräst worden sei. Stimmt, sieht bei genauem Hinsehen eher etwas vertieft aus, könnte man zwar theoretisch auch chemisch machen, doch hier wurde definitiv mechanisch abgetragen. Hatte übrigens auch schon eine ganz frühe RG3-Platine nach diesem Herstellungs-Verfahren herum liegen...
die eigentlichen End-Transistoren sind originale Toshiba-Ring-Emitter-Typen. Bis heute vom Feinsten, einer meiner Favoriten, leider obsolet ohne 100% passenden Ersatz. Diese End-Transistoren wurden an der neuen Platine wiederverwendet.
Nun kann ich auch nicht verhehlen, dass ich die beginnenden 90er Jahre für Rolf Gemein's kreativste Zeit halte und damit die MK3-Version seiner Endstufen eigentlich für die kaum mehr zu überbietende Erreichung eines soliden und wohlklingenden Entwicklungs-Standes. Spätere Varianten sind nicht wirklich immer in allen Punkten besser geworden.
Er sieht das übrigens anders, wie er auf der HighEnd 2016 geäußert hat.
Das in meinen Augen Sinnvolle für das Pärchen hatte ich recht schnell fest gelegt: ich würde versuchen, irgendwie MK3-Platinen aufzutreiben, diese in einen möglichst guten Zustand versetzen und die Geräte damit auf eine solide Basis zu stellen - die RG4 MK3 hat für mich nach wie vor "Welt-Nievau"...
Nun hat sich über zig Monate nicht eine einzige Gelegenheit ergeben, ein Paar solche Platinen - neu oder gebraucht - für die Revision aufzutreiben. Und den Meister selber anzurufen, da besteht nach einem Ereignis um 1990 herum eine gewisse Scheu: ich hatte damals jede Menge Cinch-Kabel für Symphonic Line konfektioniert und war auch sonst ein wenig in die Verstärker-Thematik eingestiegen - hatte aber eine andere Haupt-Beschäftigung. Da hat mir der Herr Gemein ohne Ankündigung ein Paket mit einer oder mehreren Reparaturen geschickt, ich bin mir völlig überfallen vorgekommen und mangels Absprache auch irgendwie zum Handlanger degradiert. Ich habe das postwendend zurück gehen lassen und an der Stelle ist der Faden dann etwas abgerissen, keine Ahnung, ob er sich da dran noch erinnert...
Jedenfalls habe ich parallel jede Mengen Ersatz-Platinen und Eigenentwürfe für verschiedenste Verstärker auf dem Rechner, irgendwann bei einer RG1-MK3-Revision im Kundenauftrag habe ich mir dann gedacht: ist ohnehin eine schöne Entwicklungs-Basis, mach dir das Platinen-Ersatzteil einfach selber.
Also habe ich meinen ohnehin schon vor etlichen Jahren abgeschriebenen Schaltplan auf den neuesten Stand gebracht (es handelte sich um eine MK3 mit bereits jeder Menge Detail-Änderungen - und sie klang phantastisch gut), für alle wesentlichen Positionen die Maße ermittelt und das Layout nach Original und Fotos 1 zu 1 nach geroutet.
Sie brauchen mich nicht fragen, ob ich das Ergebnis heraus gebe, selbstverständlich nicht - ist ein reines Ersatzteil, das ausschließlich für meine eigene Überarbeitung existierender Symphonic-Line-Geräte gedacht ist. Ich gehe zwar davon aus, das für die MK3-Version nie ein Patent existieren konnte (alles mit Wasser gekocht...) und jeglicher Musterschutz längst abgelaufen sein muss, aber diese fast originale Platine ist trotzdem definitiv nicht für den Verkauf.
Spätere Weiter-Entwicklungen auf dieser Basis wären da ein anderes Thema.
Alle vorgefundenen nachträglichen Änderungen sind in meinem Layout natürlich gleich integriert, außerdem habe ich mir erlaubt, die im Original etwas gefährliche Ruhestrom-Einstellung durch eine ausfallsichere und sehr fein justierbare Variante zu ersetzen. Im Original würde nämlich ein Aussetzen des (Spindel-)Trimmers die Endstufe "hochgehen" lassen, bei meiner Fassung wird sie beim gleichen Schaden nur ein bisschen weniger warm.
Übler als die eigentlichen Endstufen-Platine war die rudimentäre Schutzschaltung der Monos, auch für die hatte ich zwar die MK3-Version abgeschrieben, doch die zu kopieren hat eigentlich für nachhaltige Überarbeitungen wenig Sinn, da sie auf ein spezielles Schutzschaltungs-IC setzt, das nach Beschaffungs-Problemen förmlich schreit. Da ich schon eine hervorragende Schaltung für die Exposure IV entwickelt hatte, die wirklich auch alle Anforderungen für jede Endstufe erfüllt, musste eigentlich nur das Layout an die Symphonic-Line-Bemaßung angepasst werden. Haupt-Bestandteil dieser Ergänzung ist ein gängiger, dauerhaft beschaffbarer Vierfach-Komparator, alle Spezial-Teile wurden gestrichen. Die Endstufe schaltet damit immer exakt 15s nach dem Einschalten den Lautsprecher zu, egal wie lange sie vorher aus war - und zwar mit einem satten "Klick", ein schnelles Anziehen/Abfallen des Relais schont die paarweisen Kontakte. Die Netz-Wechselspannung wird mit überwacht und dadurch beim Ausschalten alles sofort auf "Aus" gesetzt. Zwei Komparatoren überwachen jederzeit den Ausgang auf Plus/Minus-Gleichspannung und schalten im DC-Defekt-Fall das Lautsprecher-Relais ab oder gar nicht erst an.
EAGLE screenshots - oben die Schutzschaltung
unten die Endstufe
Gefertigt wurden die Platinen dann mit Lötstopp-Lack, aber ohne Aufdruck - und mit 105µm Kupfer-Auflage (also dreifache Standard-Dicke).
Nachdem die Anschluss-Löcher dafür versehentlich zu dünn ausgefallen waren, laufen die Plus/Minus-Kabel direkt von den nachgerüsteten Sicherungshaltern zu den Stützkondensator-Anschlüssen auf der Platinen-Rückseite. Das ist ohnehin der bessere Einspeise-Punkt.
Die Bestückung und der Einbau hat mich bei diesen Prototypen - auch wenn man es den Geräten nicht ansieht - eine knappe Woche gekostet - allerdings mit vielen längeren Unterbrechungen. Man muß halt doch jedes Detail erst mal neu klären. Bis auf drei Stellen mit ungünstig gewählten Rastermaßen und die Verwechselung der Via-Duchmesser für die Betriebsspannungs-Anschlüsse mit den daneben liegenden Masse-Vias erwies sich die Platine auf Anhieb als Volltreffer, fehlerfreie und messtechnisch perfekte Funktion ab der ersten Inbetriebnahme.
Das gleiche gilt auch für die Schutzschaltung, deren Schaltplan ja durchaus schon erprobt, deren Layout aber völlig neu war:
Einschalten - geht.
Das Erdungs-Konzept musste noch aktualisiert werden (neue Erdungs-Schraube, weiche Erdung der Schaltungs-Masse über 150nF Folien-Kondensator), der Ersatz der je zwei fehlenden Becher-Elkos, die Verschraubung der Schutzschaltung - alles aufwändig ohne Erfahrung. Und selbst das Verbindungskabel der Schutzschaltung selbst zu konfektionieren hätte einen leicht in die Verzweiflung treiben können - die gewählten Stecker waren einfach ausschließlich für die Verarbeitung durch Automaten gedacht...
Hat alles trotzdem geklappt und klingt wirklich wie eine neue RG4 MK3 - vielleicht nicht exakt so wie eine aus Duisburg, aber nahe dran. Dabei um Welten besser als die verschlissene Erst-Fassung und vom Niveau bestimmt nicht allzu weit entfernt von neuen RG4.
Und so höre ich mich gerade mal wieder neu durch meine Sammlung. Ein wenig muss ich mich erst mal wieder an die schiere Macht dieser Verstärker gewöhnen, da gibt es keine Anstrengung, die schütteln sich alles aus dem Ärmel, stellen das Geschehen fest auf den Boden. Unglaublich erscheint jetzt zum Beispiel auch, dass meine Bluesline "Groove" nur ca. 20cm-Bässe haben, es ist "unten" einfach alles offen, das kann die interne Endstufe meines Bluesline Stage-Verstärkers (der hier momentan die Vorstufe spielt) so nicht.
Erneuter Neu-Aufbau 2025
hier ein paar Bilder des aktuellen Zustands:
Endstufen-Platine fertig bestückt, ohne Steckmodule
Es wurde die neueste Generation meiner Endstufen-Boards zum Einsatz gebracht.
Die Schaltung ist weitgehend die der MK3, als Treiber sind aktuell lieferbare Typen im Einsatz, die vorgefundenen Ring-Emitter-Typen wurden im Leistungs-Bereich beibehalten. Im Gegensatz zu den Vorgänger-Boards ist der Mindest-Ruhestrom jetzt steckbar, mit ein paar wenigen Änderungen in der Bestückung lässt sich diese Erweiterung auch weg lassen. Im Gegensatz zu den Duisburger Versionen 4 und 5 verwende ich nie einen Extra-Kühlkörper für die Treiber, das ist thermisch keinesfalls günstiger.
Die Klang-verschlechternde Blechbrücke der MK4 wurde genauso weg gelassen, wie die Stromquellen-Umbauten. Was wiederum den Nachfolgern nachempfunden ist, sind die Positionen der Trimmer für Haupt-Ruhestrom und Offset sowie die Bestückung mit zwei Relais und somit eine Nennbelastbarkeit der Kleinsignal-tauglich und Korrosions-arm vergoldeten Kontakte von 32A.
Am Kühlkörper montiert, ganz unten der Mindest-Ruhestrom Fühl-Transistor, thermisch gekoppelt für gutes Tracking.
Man sieht hier auch die Zusatz-Module bereits gesteckt, ein weiteres liegt zur Ansicht darüber. Die gesamte Schutzschaltung findet auf dem kleinen SMD-Modul Platz.
Alt und neu - Übersicht
Man sieht oben den Netz-Transformator, aus dem sich bislang mit Standard-Einzel-Gleichrichter so etwa 2x 45V gewinnen ließen. Im Gegensatz zur Doppelwellen-Gleichrichtung in Duisburg, bei der die Spannung natürlich um ca. 2V sinkt und somit auch die Nennleistung nachlässt, steigt mit der MOSFET-Doppelwelle die Spannung in etwa dem gleichen Maß, denn wir haben jetzt keine Vorwärts-Spannung mehr, sondern gerade mal 3,5 Milliohm. Da geht nichts verloren, da wird nichts warm.
Gleichrichter und Netzteil
Die neue Elko-Bestückung ist phantastisch, hätte das früher nicht gedacht, welche Qualität die Long-Life-85°-Becher mit Schraubanschluss von BHC haben. Wir reden hier von je 22 Milliohm ESR (also 7 Milliohm bei je drei pro Spannung), je 16,4A Brummstrom (also fast 50A Ladestrom möglich), klanglich extrem ausgeglichen.
Dass die Endstufe auf die Masse-reichen Kupfer-Verbinder nicht mit nervigen Schalt-Artefakten reagiert, liegt natürlich daran, dass sie die Last und damit auch die Zuleitung gar nicht schaltet. Das ist der gewaltige Vorteil von Mindestruhestrom (auch von Class A), dass man auf die Leitungs-Auslegung und Masse-reiche Verbindungen nicht so zu achten braucht, da hier die Wirbelstrom-Verzerrungen keine heftigen Rückwirkungen im Schaltverhalten provozieren können.
Links steht die Anlauf-Strom-Begrenzung - so überlasten die gewaltigen Trafos weder den Sicherungs-Automaten der Installation, noch die Geräte-Feinsicherung, noch den Gleichrichter, es wird auch nicht mehr das Licht dunkel beim Einschalten - und der Schalter verschleißt nicht mehr.
doppelter MOSFET-Gleichrichter mit 100A-Infineon-Typen.
Die Gleichrichtung hat alle Vorteile der "Doppelwelle" - perfekte Masse-Verbindung der beiden Spannungen erst nach der Gleichrichtung, alle Wicklungen werden symmetrisch gleichgerichtet, daher minimaler Gleichstrom im Trafokern.
Nur die Nachteile der Duisburger Doppelwellen-Gleichrichter, das "weichere" Netzteil, das langsamer, sumpfiger und kraftloser nachlädt, diese Nachteile fehlen natürlich.
In Summe stehen hier jetzt komplett neu aufgebaute Monos zum Verkauf, bei denen nur noch das Gehäuse, vielleicht der Trafo an die ursprünglichen Geräte erinnert. Der Nachteil der (verglichen mit neueren RG4) geringeren Betriebsspannung entpuppt sich bei Betrieb niederohmiger Lasten als Effektivitäts-Vorteil - an 4 Ohm oder gar 2 Ohm (was gehen sollte, ich aber klanglich nicht empfehle) werden diese Geräte einfach nicht so warm wie die Nachfolger und setzen durch ihr anderes Transformations-Verhältnis weniger Energie in Wärme um, entsprechend mehr in Lautsprecher-Leistung.
Durch die Mindestruhestrom-Schaltung liegt der Klirrfaktor gerade im Bereich der Übernahme absolut auf Class-A-Niveau, die lieferbare Leistung dagegen oberhalb der Strom fressenden Class-A-Modelle von Symphonic Line.
Und anders als diese Class-A-Geräte vermeidet der Mindestruhestrom absolut zuverlässig ein Schalten der Leistungs-Transistoren unter absolut beliebigen Last-Verhältnissen.
MAn muss ich dabei klar machen: das ist, was am meisten nervt. Tot-Zeiten. Denn damit kommen Frequenzen ins Spiel, die einzig von den Kehrwerten a) der Verzögerungszeit der Bauteilen und b) der Durchlaufzeit des Verstärkers abhängen. Diese Frequenzen sind also auf jeden Fall disharmonisch und nerviger als jeder Klirr je sein könnte, einfach unnatürlich.
Mit diesen RG4-Umbauten können Sie nun erstmals die Vorteile der "Kraft"-Verstärker (Class A schaltet nicht) mit der Energie-Effektivität und Leistungsfähigkeit der "normalen" RG4 gepaart hören, an einem Widerstands-armen Netzteil ohne zundernde Schalter, wie Duisburg es nicht liefern kann.
Bei Symphonic Line stehen die weniger weit entwickelten neuen RG4 mit um die 17000€ in der Liste, die "Kraft 250" mit ca. 19000€
Hier bekommen Sie ein Quasi-Neugerät im Patina-Gehäuse mit 3 Jahren Garantie als "Wolf im Schafspelz" um den Faktor 2,5 günstiger als die kleinste "Kraft" - wer da im direkten Vergleich den Kürzeren zieht, da hätte ich einen eindeutigen Tipp.