Endstufen

Symphonic Line RG1 MK3 ca. 1992

verkauft für 1992,-€

Revision:

  • Erneuerung aller kleinen Elektrolytkondensatoren
  • neue Trimmer
  • neue Relais
  • Reinigung

Eigenschaften:

  • Doppel-Mono-Aufbau mit
  • WBT Cinch- und Lautsprecher-Buchsen
  • Original Symhonic Line Ladeelkos 4x16.000µF 63V 105°C
  • 12x 40MHz(PNP)/50MHz(NPN) Sanken-Endtransistoren

damals wie heute eine der schnellsten Audio-Endstufen.

Diese Stereo-Endstufe habe ich ersteigert, nachdem ich im Kundenauftrag letztes Jahr eine andere MK3 überholt hatte. Die hat an der Vorstufe meines Bluesline "Stage" an den dazugehörgen "Groove"-Lautsprechern derart überzeugend über dem Niveau der internen Endstufe des "Stage" gespielt, dass ich das unbedingt nochmals probieren musste - hier mit mindestens so gutem Ergebnis.
Wobei die Endstufe erst mal mit einer herben Enttäuschung hier ankam: das unscharfe ebay-Photo war - wie so oft - ohne Gehäuse-Deckel aufgenommen. Nur das wirklich kein Deckel dabei war, hatte der Verkäufer sehr schlau verschwiegen und überspielt - dass das ganz klar in betrügerischer Absicht geschah, schließe ich aus seiner knappen, abwimmelnden Antwort auf meine Beschwerde. Was man auch weder seiner Beschreibung, noch dem Foto entnehmen konnte war, wie versifft er das Gerät hatte. Ein präzise neu angefertigter, eloxierter Deckel hat mich dann auch noch knapp 200€ Aufpreis gekostet - bei Einzelstücken hatte ich das auch in etwa so erwartet.

der neue Deckel hat im Blitzlicht schon wieder Fettfinger (ein Oberflächen-Kratzerchen ist mir auch rein geraten)

Das Gerät hat ungewöhlicher Weise noch keine Seriennummer, das wäre zur Bauzeit der Endstufen-Platinen eigentlich bereits Standard gewesen, nachdem Symphonic-Line im ersten Jahrzehnt auf solchen Kinkerlitz verzichtet hatte. Das Gehäuse würde auch auf ein älteres Modell weisen, die Rückwand hat ungenutzte Bohrungen und die Löcher für die früher verwendeten Impedanz-Umschalter. Die Endstufen-Blöcke und das Netzteil dagegen sind definitiv jüngerer Stand als meine früher mal angebotene RG1, die Platinen weisen eindeutig die Revisionsnummer MK3 und das Copyright-Datum 1992 auf,

hier steht nur "RG" - denn die Platine wurde auch für RG7 und RG4 verwendet

älter können die also nicht sein, jünger schon. Möglicherweise hat das Gerät also Anfang 90er Jahre bereits ein Upgrade (vielleicht auch inoffiziell) bekommen, auch die silbernen Kühlkörper im schwarzen Gehäuse könnten darauf hinweisen.

Silberne Kühlkörper, gravierte Schrift

Das tut der Sache aber alles keinen Abbruch, im Gegenteil, das Innenleben ist viel näher am aktuellen Stand, als an der früher angebotenen Stufe - die gröbsten Schnitzer und unnatürlichen Glanzlichter waren aus der MK3 von 1992 längst raus, das hatte damals alles bereits "Weltniveau".

Hier sehen Sie ein paar Bilder des Weges vom "voll versifften" zum "voll revidierten" Zustand

oben: Eingangszustand in der Übersicht - kein Deckel, alles braun
unten: Fast fertig im Abgleich, die Erdungskabel (grün/gelb) noch falsch angelötet

Der weitere Blick ins Gerät zeigt: der Vorbesitzer hatte mich nicht nur um den Deckel betrogen, es sah auch verdreckt und verraucht aus, wie aus einem Messie-Haushalt. Daher musste das Gerät nicht nur in alle Einzelteile zerlegt werden, das Putzen der Einzelteile hat auch mächtig zusätzlich Zeit in Anspruch genommen, sämtliche Komponenten  waren im Ultraschallbad und haben jede Menge dunkelbraune Brühe hinterlassen. Bis auf den etwas verfärbten Kunststoff der Flachbandkabel und Cinch-Buchsen ist aber alles blitzsauber geworden, aller Schmutzfilm und der kräftige Geruch sind weg, die Endstufe sieht jetzt nach der Wiedermontage sauber, gepflegt und nach wenig Gebrauch aus - von ein paar Kleinigkeiten mal abgesehen, die man einem 20-jährigen Gerät zugesteht. Vom elektronischen Standpunkt betrachtet ist sie sogar nagelneu - mal abgesehen von den Haupt-Netzteil-Elkos. Bei denen hat einer einen seitlichen Drücker - vermutlich seit der Fertigung - das ist aber elektrisch nicht relevant. Und die großen 105°C-Schraubanschluß-Becherelkos, eine deutsche Spezialanfertigung für Symphonic-Line vermutlich von F&T, sind von allen Elkos im Gerät dem geringsten Verschleiß ausgesetzt - denn Sie haben das günstigste Oberflächen-Volumen-Verhältnis und eine hervorragende Grundqualität. Bei so großen Elkos verdunstet und verschwindet im Verhältnis zu kleinen Bechern prozentual viel weniger Elektrolyt durch die Dichtung, der massive Aufbau lässt im Bereich der Anschlüsse keinen Abbau hin zur Hochohmigkeit befürchten und es ist gelinde gesagt auch schwer, einen klanglich gleichwertigen Ersatz im erschwinglichen Bereich auf zu treiben. Prinzipiell gibt es da nur zwei Wege: entweder bei Symphonic-Line selbst aktuelle Elkos versuchen zu bestellen, oder etwas mindestens gleichwertiges auf dem Markt suchen (zurecht hält Rolf Gemein einen großen Teil der verfügbaren Neu-Elkos für "Sondermüll"). Von den technischen Werten her ist sowas jedenfalls selten, aber beschaffbar, von der klanglichen Qualität in Abstimmung mit dem Rest wird es relativ eng. Der Käufer kann aber gerne gegen Aufpreis einen der folgenden Vorschläge verwirklicht haben:

  • Evox-Rifa PEH200 oder PEH169-Long-Life Serie
  • F&T LFB- oder GW-Long-Life Serie
  • BHC ALCxxS Slitfoil Long-Life-Serie
  • oder (falls beschaffbar) original Symphonic Line Elkos
    (ein zweiter, gebrauchter Original-Satz, 4x 16.000µF 63V allerdings mit 85°C zum Parallel-Schalten wäre alternativ vorhanden).

Preis: Verhandlungssache, je nach eingebauter Ware
Aufwand: nicht allzu hoch

Man darf vermuten: nach einem gelungenen Elko-Update klingt alles noch etwas "fester" und "tiefer"
- auch kontrollierter und sauberer, muß aber auch je nach Typ bis zu einem geschlagenen halben Jahr wieder eingespielt werden.
In jedem Fall lässt sich die Kapazität bei diesem Gerät vorteilhaft erhöhen (das ist wegen der Ladeströme nicht immer und nicht unbegrenzt der Fall), wobei man sowohl mit größeren, als auch mit parallel geschalteten Typen arbeiten kann, denn das Gehäuse ist baugleich mit einer ganzen Reihe von Symphonic-Line Konstruktionen und lässt hier in seinem modularen Konzept räumlich noch einiges zu, die Befestigungsbohrungen in der Grundplatte sind hierfür bereits vorhanden. Mit etwas mehr Trafo-Leistung- und -Spannung, einem Satz Endtransistoren mehr (im Layout frei gelassen), der doppelten Siebkapazität und heutzutage auch je zwei Gleichrichtern ("Doppelwellenengleichrichtung" = mehr Verlust, aber weniger Störungen durch Asymmetrie und Massestromverkopplung) - sowie einem Neuabgleich - würde das Gerät dann ohnehin besser "RG7" heißen...

nach dem Zerlegen: Hände waschen!

Endstufenplatine und Kühlblock nach dem Ultraschallbad unverschaubt - bereits mit neuen Trimmern, Elkos und neuem Relais

"waschen, legen, fönen"
- hier besser: Zerlegen, Entfernen Wasser-empfindlicher Teile, Vorwäsche, Revision, Hauptwäsche, Komplettierung der Bestückung, Montage, Einmessen

Einmessen ohne Front und Heck - Sie lief bei Inbetriebnahme sofort einwandfrei, Abgleich auf 150mA (15W Ruheleistung) pro Kanal für sauberen Nulldurchgang - handwarm funktionieren auch die Elkos am besten.
Man sieht, dass im Gehäuse auch für 8 Elkos Platz wäre, an der Oberseite der Endstufen-Platinen lassen sich zudem noch je zwei weitere Endtransistoren montieren (RG7). Sogar die Schutzschaltungs-Platine im Vordergrund ist komplett gewaschen und "recapped".

Die Revision

Was außer der notwendigen Wäsche und dem neuen Deckel ist denn geschehen, um den Preis zu rechtfertigen?
Ganz knapp: der Verschleiß ist raus, die neuen Teile sind zudem besser als die alten und natürlich im groben und ganzen der Gerätephilosophie entsprechend. Ich habe natürlich in letzter Zeit wenig in aktuelle RG1-Modelle geschaut. Doch aus der Erfahrung behaupte ich mal: So ähnlich wie hier, sind die auch bestückt - weil Rolf Gemein einfach keinen Schrott einbaut und des Hörens mächtig ist.

Und selbstverständlich ist er in seiner Haus-internen Evolution inzwischen ein paar Schritte weiter gegangen - allerdings eben per Evolution, echte Revolutionen sucht man bei Symphonic-Line vergeblich, dazu gibt es im Anwendungsbereich der Geräte offen gesprochen auch zu wenig zu verbessern. Was der Nicht-Techniker und Kaufmann Gemein so gerne etwas esoterisch-blumig beschreibt, hat seit Jahren einen wahren Kern: Seine Analog-Geräte haben nur wenig Konkurrenz, spielen richtig kombiniert gute Aufnahmen zu einem illusionistischen Erlebnis heraus und genießen daher zurecht Kult-Status. Er läßt sich seinen "goldenen Gehörgang" insofern seit Jahren zurecht über seine gehobenen Preise vergolden - die sind nicht so sehr durch den reinen Materialpreis gerechtfertigt, sondern durch die un-nachahmlich gute Abstimmung.gängiger Konzepte. Symphonic-Line arbeitet wie auch meine britischen Lieblingsgeräte nicht mit neu erfundenen Rädern, sondern mit der gekonnten Kombination und Balance von Bekanntem - hier erweist es sich auch als vorteilhaft, dass Rolf Gemein eben nicht aus der Technik kommt, sondern seine Techniker über die Jahre alleine unter wirtschaftlichen und vor allem akustischen Gesichtspunkten angeleitet hat. Wie so viele andere wäre die Firma ohne das erste längst "in Schönheit gestorben", ohne das zweite längst als hohles Status-Objekt oder in technischer Selbstüberschätzung am Ziel vorbei geschossen.

  • Die zerlegten und gewaschenen Platinen haben neue Relais erhalten (Kontakt-Widerstand und -Verzerrung im Lautsprecherkreis sind ein neuralgischer Punkt bei Geräten mit Schutzschaltung)
  • Die 90er-Jahre GM-Stütz-Elkos ausf der Endstufenplatine sind den überlegenen FC-Typen neuster Produktion gewichen
  • Der bipolare Eingangs-Koppel-Elko (eigentlich nur eine Bass-Erweiterung des Folien-Koppel-Kondensators) wurde ein Nichicon Muse, den ich persönlich in dieser Anwendung sehr mag.
  • der Panasonic GM-Fußpunkt-Elko ist mit einem Panasonic FM-Typ ersetzt,die Einstell-Trimmer für Offset und Ruhestrom sind durch neue Bourns-Spindeltrimmer abgelöst.
  • alles ist frisch eingestellt

unter den GE-Elkos war teilweise Elektrolyt ausgelaufen, nach Reinigung ist hier auch die Platine wieder neu verzinnt worden, bevor die neuen Elkos montiert wurden.
Zwar war das Gerät im Eingangszustand noch funktionstüchtig - aber es kann (was ich aus Vorsicht nicht getestet habe) mit den Elkos nicht mehr recht gut geklungen haben...
Weiterhin habe ich den Masse-Anschluß der Erdung am Gehäuse zum ersten Mal wirklich VDE-konform mit einer eigenen Schraube verwirklicht und erst von da aus auf die verschiedenen Erdungs-Anschlüsse verteilt (sicherer), die Rückwand, die offensichtlich aus einer älteren Gehäuse-Generation stammt wie der Rest, wurde an offenen, unbenutzten Schraubenlöchern mit (Blind-)Schrauben versehen.

Senkkopf-Edelstahl-Schrauben in den offenen Löchern

An den Elko-Verschraubungen wurde die Platine gereinigt und etwas gefettet, um hier einen guten, Korrosions-freien Langzeit-Kontakt sicher zu stellen.
Zunächst hatte ich die Erdungskabel für die Netzteil-Platinen im Blindflug übrigens am falschen Ende der Masse-Koppel-Folien-Kondensatoren angeschlossen und mich über das Brummen gewundert - das war aber schnell beseitigt (kaum macht man's richtig, schon funktioniert's) - zu Deutsch: die Schaltungsmasse der beiden Blöcke ist jeweils "weich" über einen Folien-Kondensator geerdet.

Bis zum Probelauf ist in das Gerät deutlich über einem Tag Arbeitszeit eingeflossen und einige nicht ganz billige Neuteile.

Der Klang

Zuerst hatte ich mal an meine gewohnten Bluesline "BEAT" angeschlossen.
Überraschung!
Laut Erwin Walter sind diese Lautsprecher eigentlich für "kleine Briten" abgestimmt, klingen mit der mächtigen Endstufe seines Stage-Verstärkers tatsächlich im Bass überzogen und irgendwie nicht überzeugend - falsch gedämpft.
Die RG1 müsste theoretisch genau in die gleiche Richtung zielen. Doch die spielt wie ein Chamäleon - passt sich einfach dem Lautsprecher an, das ist irre, wie es auf der Symphonic-Line-Seite steht: mag kritische Lautsprecher - und unkritische anscheinend auch, irgendwie hat sie überhaupt keine Anpassungsprobleme.
Und so hat sich das Erlebnis mit der RG1 MK3 des Kunden letztes Jahr an diesem anderen Lautsprecher wiederholt - eine bisher unübertroffene Dynamik und Auflösung in allen Bereichen. Packender und zupackender als die Dynamik-Wunder von Exposure, vor allem aber feiner in allem,  genauso gegliedert und quasi in Quanten gestuft was die holographische Plazierung, wie die feinsten Lautstärke-Unterschiede und Klangfarben angeht. Kein Wummern, alles im Griff, tiefster, präziser Bass, auch zum oberen Ende des Spektrums hin breitbandig, ohne nervig zu werden. Für reine Analytik-Fans durchaus geeignet, aber im Gegensatz zu einseitig analytischen Geräten eben auch der Synthese fähig - einfach ausgewogen. Kräftig überdämpften Geräten mag es gelingen, einem jedes Plektrum-Klicken heraus zu arbeiten, alles von allem zu trennen - doch die machen einen Live-Auftritt von Musikern mit gegenseitigem Blick-Kontakt auch zu einer Studio-Mehrspur-Aufnahme, die jedem Teilnehmer eine einsame, schalltote Aufnahme-Kabine zuweist. Zwischen diesen Kabinen bleibt dann jeglicher Spass, alles Schmunzeln unterbunden.
Wer so was will, kann sich meinetwegen das schrecklichste Gerät im Burmeister- oder Accuphase-Stil suchen, mit Sand, Bitumen, Knete noch jedes verbliebene Nachschwingen ausmerzen und sich dann am isolierten Detailreichtum erfreuen.
Nun spielt die RG1 durchaus übersichtlich die Feinheiten heraus - doch ist ihr das eine selbstverständliche Nebensache, ihr geht es mehr ums Ganze samt den Spaß "zwischen den Zeilen". Wenn also die ganze Bühne zuhause rocken soll, ist eine RG1 an einer RG2-Vorstufe nicht die schlechteste Wahl für's Geld, ganz gleich, ob ein historisches, oder ein aktuelles Gespann...

Was ich oben für einen ergänzenden Satz neue Haupt-Elkos geschrieben habe gilt übrigens auch für die Neubestückung der Platine: die ist noch nicht wieder eingespielt und hat bei weitem noch nicht ihre maximale "performance" erreicht - auch hier wird im nächsten halben Betriebsjahr noch einiges an Selbstverständlichkeit, tiefem, kontrolliertem Bass und Grundtonbereich dazu kommen. Bitte auch nicht mit Kabeln/Quellen/Lautsprechern versuchen, den leichten Hang zur Kopflastigkeit bei diesem "Neugerät" zu kompensieren, denn das schlägt dann nach der Einspielphase ins Gegenteil um. Einfach etwas Geduld haben mit dem Gerät, ich kenne diese Einzelteile: das spielt jetzt schon alles richtig gut, aber nach einer Phase relativen Stillstands (typisch für Panasonic FC/FM) geht es noch in großen, später in immer kleiner werdenden Schritten auf ein noch viel offeneres und ausgeglicheneres Klangbild zu. Einspielen von Long-Life-Komponenten dauert lange - dafür bleibt das schließlich erreichte Optimum auch sehr lange (Jahre bis Jahrzehnte!) stabil erhalten. Hier auch ein klarer Unterschied in der langjährigen Philosophie dieser Marke: Rolf Gemein hat nie den schnellen Erfolg, nie den Klang "out of the box" gesucht, den man z.B. mit einer "Elna-for-Audio"-Elko-Bestückung viel (und anderen "viel-hilft-viel"-Methoden) leichter erreicht. Diese "Audio"-Typen sind weniger mikrophonisch durch eine gleichmäßig höhere innere mechanische Dämpfung und spielen sich weit weniger drastisch ein - gute Elnas klingen zuerst deutlich besser - sprich analytischer - vor allem in einem sonst nicht so ausgefeilten Gerät - in einem Panasonic-abgestimmten Symphonic-Line-Verstärker kann man deutlich beobachten, wie diese Elkos nach ein paar Tagen an der Entwicklung einer Elna-Bestückung vorbei ziehen, gerade weil sie bei mindestens so guter Grundqualität auf solche Dämpfungsmaßnahmen verzichten und daher einfach mehr Dampf machen. Die Kunst der Abstimmung ist dann "nur" noch, insgesamt genau die richtige Dämpfung im gesamten Bandbereich wieder einzufügen - tja... und das kann er, der Herr Gemein: so lange an den 40 Schrauben (so die ungefähre Zahl der Parameter, die man im Blick halten muß...) zu drehen oder drehen lassen, bis das ganze wirklich ausgeglichen klingt.

Alternativen

Für den Symphonic-Line Fan bietet Rolf Gemein ja einen Kundenbindungs-Service, den ich nur ausdrücklich loben kann. Natürlich möchte er die Firma erhalten und selber davon leben können - und da stören die langlebigen Alt-Geräte, die ja auch schon nicht schlecht waren, vielleicht schon ein wenig den Absatz der aktuellen Modelle. Die neuen Modelle wiederum sind unbestritten ein paar Schritte vorwärts gekommen (was sich vom Gesamt-Markt nicht unbedingt behaupten lässt). Nun kann man, statt sein gebrauchtes SL-Gerät zu verkaufen und ein komplett neues zu erwerben auch einfach ein Upgrade bei Symphonic-Line machen lassen. Die Geräte sind ja innerhalb der verschiedenen Kategorien jeweils ein Baukasten-System mit immer gleichen Maßen - und so zieht die Firma im Upgrade-Fall einfach einen Satz "alte" Trafos, Platinen und Elkos aus dem Verkehr und gibt Ihnen ein Neugerät mit der alten Frontplatte (wenn das Gehäuse verkratzt ist, und Sie wünschen das auch neu, dann läuft es sogar gegen minimalem Aufpreis auf eine Inzahlungnahme hinaus). Wenn Sie also einfach den neuesten Stand vom Meister selbst wünschen - anrufen, da werden Sie gut bedient, Telefon siehe hier.
Was ich dagegen mache: Das Altgerät ohne Schaltungsänderung von allem Verschleiß befreien und dabei möglichst auf die besten mir zur Verfügung stehenden, aktuellen Bauteile gleicher Philosophie zurück greifen. Ist billiger, geht aber natürlich auch nicht ganz so weit. Sie bekommen hier etwas zwischen dem Neuzustand des Altgeräts und einem Neugerät. Meine RG1 geht besser als je zuvor, aber nicht ganz so gut wie eine aktuelle.
Und da man in Deutschland alles gerne in Euro und Prozent vergleicht mal meine gefühlte Einschätzung: Wenn Sie eine originale RG1 MK3 von 1992 mit einer jetzigen RG1 jeweils im eingespielten Neuzustand vergleichen (könnten), mag die sich vielleicht noch um 30% weiter entwickelt haben, wenn ich auf alle möglichen Kriterien Punkte verteile und die jeweilige Summe nehme. Mit einem Neukauf oder Upgrade in Duisburg kommen Sie in den vollen Genuss dieser Weiterentwicklung, den Preis können Sie selbst googeln. Mein überarbeitetes Gerät mag ja "nur" 10% über seinem Neu-Zustand liegen, kostet aber nicht mal die Hälfte. Ich gebe zudem drei Jahre Garantie (gut, da ist man in Duisburg natürlich auch nicht unfair...).
Wer das allerdings alles in seinem Herzen bewegt und mein revidiertes Gerät in Hinblick auf Preis und Leistung nicht gut genug findet, der jammert aus meiner Sicht zu Unrecht auf höchstem Niveau.