Standgas

Preis 1 Paar Module mit Einbau in neues oder oder komplett revidiertes Gerät samt Abgleich, bisher RG9/10/14:
ab 348,-€**
Preis 1 Paar Module mit Einbau inklusive Revision Endstufe(n) samt Abgleich, RG9/10/14 MK0/MK1:
ab 798,-€**
Preis 1 Paar Module mit Einbau inklusive Revision Endstufe(n) samt Abgleich, RG9/10/14 MK2-MK5:
ab 598,-€**
**bei Inanspruchnahme Skonto

oben: der zweite Umbau auf "Mindestruhestrom" überhaupt: im RG10 MK3

RG9 Ursprungs-Version Erweiterung von unten während des Einbaus...

...und fertig von oben

Was ist das, was macht das?

Wenn Leistungstransistoren, die direkt im Lautsprecherkreis mit zusätzlicher lokaler Gegenkopplung arbeiten, ein- oder ausschalten, dann produzieren sie Störungen. Insbesondere durch ihre "Verzögerungs-" und "Tot-Zeiten". Je leistungsfähiger, desto größer und entsprechend auch langsamer läuft ein Ein/Ausschalt-Vorgang ab, es entstehen Effekte mit entsprechenden Strom- und Spannungsabbildern. Diese Effekte werden nicht nur direkt in die Lautsprecher-Last gespeist, das wäre noch relativ harmlos und unhörbar. Sie gelangen natürlich auch in die Über-Alles-Gegenkopplungsschleife, die das Ganze naturgemäß versucht "auszubügeln" - unter Zuhilfenahme des gesamten Verstärkungs-Überschusses der Gegenkopplung - Korrektur mit großem Hebel. Oder mit der Brechstange, je nach Betrachtung. Hinderlich dabei erstens: die Schaltung hat eine Laufzeit, nichts geht auf der Stelle, sondern immer nur im Rahmen eines Durch/Umlaufs. Zweitens: die betroffenen Leistungs-Transistoren sind ja für eine kurze Weile "taub" für Korrekturmaßnahmen. Und drittens kommen permanent neue Signale an den Eingang, auch während ein solches Problem im Regelkreis noch nicht abgeklungen ist. Mag die Schaltung mit Messsignalen auch gut zurecht kommen - es sind stets Kombinationen von konstruktiv bedingten Umlauf-Problemen und Eingangs-Signal-Strukturen denkbar, die völlig chaotische Regelvorgänge nach sich ziehen, weil ja zeitweise die Endtransistoren einfach nicht reagieren, das System entsprechend "durchdreht". Entsprechend haben eigentlich alle Endverstärker nach diesem Prinzip irgendwelche nahezu unvorhersehbaren Schwachpunkte im Zusammenhang mit der Signal-Struktur, wo sie disharmonischen "Müll" produzieren, selbst wenn sie sich die meiste Zeit und mit den meisten Signalen unverdächtig verhalten. Da macht auch Symphonic Line keine Ausnahme.
Gegenmaßnahme: man lässt die Leistungstransistoren einfach nicht mehr abschalten. Meinetwegen per "Class A" - naja, das macht aber Sehr viel Hitze und Verschleiß. Oder eben mit einem minimalen Ruhestrom, der nie unterschritten wird. Die Endstufen-Transistoren sind sozusagen als "Stromquellen" für ein paar wenige Milliampere Vor-beschaltet und lassen sich immer nur weiter auf-, aber nie komplett ab-drehen. Vereinfacht gesagt.

Wollen wir bildlich mal die Lautsprecher-Membran per Taxi pendeln lassen, wobei die Zentrale auf eine flüssige Bewegung achten muss:
Der Motor wird nun nicht mehr bei jeder Übernahme durch die für die andere Fahrtrichtung zuständigen Droschke ruckelnd abgestellt, um dann bei erneutem Einsatz erst wieder gestartet werden zu müssen. Nun wartet die Gegenfuhre stets mit laufendem Motor und gedrückter Kupplung. Das Geschehen beim nunmehr flüssigen Umsteigen wird auch nicht durch gelegentliches Abwürgen und Neustarten im entscheidenden Moment der Beschleunigung unterbrochen. Und das wiederum bringt jetzt auch die Aufsicht nicht mehr in hyperaktive Brüll-Laune...

Ein wenig mag der Vergleich hinken, doch der wesentliche Punkt ist, dass man das chaotische Aufschaukeln der Über-Alles-Gegenkopplung (die für "schlechten Klang" so oft ganz alleine verantwortlich gemacht wird) auch durch Unterbinden dieser Schalt-Totzeiten wirkungsvoll komplett unterbinden kann. Dabei bleibt der umgebaute Verstärker so griffig wie vorher. Im Gegenteil neigt er zu viel weniger zu Artefakten, die sonst mit einer guten Lautsprecher-Führung durch hohen Dämpfungsfaktor verbunden sind, man kann ihn daher also sogar noch griffiger auslegen. Und er klingt dennoch so sauber wie ein reiner Class-A-Verstärker, der ja ebenfalls nie die Leistungstransistoren abschaltet - dort allerdings zum Preis eines extrem niedrigen Wirkungsgrads von maximal 25% .

Ganz freche Behauptung:
Zumindest in Punkto Sauberkeit, Präzision, Verzerrungsfreiheit - Stimmwidergabe ziehen die so umgebauten Geräte bereits ab dem "Kleinsten" (RG14) Symphonic Line nahezu ALLEN "großen" Symphonic Lines davon - nur die dicke "Kraft" hat da mit ihrem hohen Ruhestrom etwas entgegen zu setzen. Wenn sich in den letzten Jahrzehnten irgendeine Upgrade-Investition bei Symphonic Line gelohnt hat, dann am ehesten diese.

Noch ein paar kleine Details

Die Zusatz-Schaltung sitzt zwischen dem Bereich Spannungs-Verstärkung und Stromverstärkung, ersetzt beim RG9 MK3 z.B. einfach die entsprechenden Kopplungs-Widerstände.
Um nun die Germanium-Schaltdioden, die in dieser Schaltung die beiden Halbwellen korrekt trennen (Experimente mit besser erhältlichen Schottky habe ich noch nicht durchgeführt), auch präzise und sauber "anfahren" zu können, besitzt die Schaltung eine Pufferstufe, die dem hochohmigen Spannungsverstärker sein Signal quasi ohne jede nichtlineare Belastung abnimmt. An dieser Stelle nimmt der Verzerrungsgrad der gesamten Schaltung erfahrungsgemäß ebenfalls noch einmal deutlich ab. Die Entlastung führt allerdings je nach Struktur des Spannungsverstärkers auch zu einer höheren Spannungsverstärkung (beim RG9 MK0 z.B. nicht, beim MK3 um 6dB = Verdopplung). Um diesen Wert nimmt letztlich "nur" der Gegenkopplungsgrad und der Dämpfungsfaktor zu - nur dass das klanglich nicht unbedingt gewünscht ist. Daher beinhaltet das Nachrüst-Modul inzwischen auch eine Möglichkeit, den Spannungsverstärker per linearem Widerstand präzise so zu belasten, dass exakt der gewünschte Gegenkopplungs-Grad erhalten bleibt bzw. erreicht wird. Das ist zudem so gestaltet, dass sich hier auch einfache Filter einsetzen lassen, womit sich nun z.B. beim RG9 MK3 auch ein im Hochtonbereich gegenüber dem Bass verringerter Dämpfungsfaktor verwirklichen lässt - ohne an der Gesamtverstärkung überhaupt etwas zu ändern. Hier können wir auf Kundenwünsche gerne nach Maß eingehen.