Fixpreisangebote

AVM Monoblöcke erste Generation

(Seriennummern-Kreise 1 bis 3)

Komplett-Überholung mit 3 Jahren Garantie*
*Erläuterung siehe Garantiebestimmungen
Grundpreis 883,-€ - Details
(Abholpreis, zuzüglich Versandkosten - Sub-Module und Relais bei entsprechenden Varianten der Steuerplatine werden extra berechnet)

Die Überarbeitung Ihres Gerätes umfasst mindestens:

  • Alle Elektrolytkondensatoren. Eingebaut werden durchgängig Panasonic HA/FC/FM. Die 12 bis 20 goldenen axialen 50V-6800µF oder 8 50V-10.000 µF snap-in -Röderstein-Kondensatoren des Hauptnetzteils werden durch 8 radiale Panasonic 50V 10000µF 105°C HA-Typen ersetzt (bei Niedervolt-Varianten auch Nichicon GU 15.000µF-Typen), die zwei für die Treiber und Steuerplatinen-Versorgung zuständigen 63V 4700µF Röderstein werden zu 63V 4700µF 105°C Panasonic HAs.
  • neue Treibertransistoren von Toshiba oder Fairchild mit Kühlfahnen
  • alle verdächtigen Kleinsignal-Transistoren neu
  • alle Leuchtdioden in der Endstufe neu
  • die Steuerplatinen-Netzteile werden neu aufgebaut (neue Zenerdioden mit Kühlfahnen, neue Stabilisator-ICs, Leiterbahnen verstärkt), vergossene Sub-Module durch neue Platinen eigener Fertigung ersetzt.
  • Offset geprüft, Offset beide Blöcke <5mV
  • Einschaltverzögerung/Start-Offset mit neuem Trimmer neu abgeglichen (minimaler Einschaltknacks)
  • Ruhestrom "handwarm" abgeglichen (im Dauerlauf mit geschlossenem Gehäuse) - Abgleich auf 170mA Netzstrom-Aufnahme - also ca. 40W Ruheleistung pro Block

Zwei M1 Monos, fotografiert ohne Blitz, damit man die "ON"-LEDs leuchten sieht

Erst mal was Allgemeines zu diesen Monos und den noch fast baugleichen Modellen der ersten drei Varianten:

...und ich weise hier ausdrücklich darauf hin, dass das folgende ausschließlich für die hier behandelten Modelle der ersten Monoblock-Generationen der 80er-Jahre gilt, in spätere AVM-Geräte sind selbstverständlich die damit gemachten Erfahrungen eingeflossen und Konstruktionsschwächen beseitigt worden...

AVM hatte in diesen Monoblöcken eine Schwachstelle eingebaut:
Die Spannungsversorgung der Steuer/Eingangsplatine.
Hier werden aus ca. +/-50V stabilisierte +/-15 Volt für etliche ICs und Transistoren gewonnen. Das geschah wohl vor allem aus falscher Sparsamkeit, denn die beste Lösung wäre eine zusätzliche, passende Wicklung am Standby-Netzrafo mit eigener Gleichrichtung, Siebung und Stabilisierung gewesen. Die Steuerplatine benötigt bereits einen nennenswerten Strom, und der fließt über einen üppigen 35V Spannungsfall. Um Spannungsfall und Leistung an den Regel-ICs zu verringern, die für eine so hohe Eingangsspannug genausowenig vorgesehen sind, wie für die resultierende Abwärme, hat man 5W Zenerdioden in Reihe geschaltet. Diese werden natürlich entsprechend heiß - die Regel ICs danken es und können nur so innerhalb ihrer Spezifikation betrieben werden. Da die Zenerdioden aber ungünstig montiert sind, verglühen statt dessen sie mit der Zeit. Zenerdioden können einen erheblichen Teil ihrer Wärmeleistung über die Oberfläche ihrer Anschlussbeine abgeben - wenn man sie lang genug lässt - aber das hat man ihnen bei AVM nicht gegönnt. Ihre überhitzten Lötstellen zerbröseln und die ganze umliegende Platine wird braun, die zu dünn ausgelegten Leiterbahnen werden locker, die Lebensdauer wird (wie bei jedem Bauteil) pro 10°K Temperaturerhöhung in etwa halbiert.

Kühlfahnen an den Zenerdioden - Ausrichtung so, dass möglichst wenig Abwärme an die umgebenden Elkos gerät

So fallen in AVM-Monos manche Zenerdioden viel zu früh aus, indem sie ihre Zenerspannung verkleinern. Dabei sinkt ihre Leistung. Was sie weniger verbraten, müssen dann die Stabi-ICs mehr aushalten. Manche werden gar zum Kurzschluss, in jeden Fall nehmen sie über kurz oder lang die Stabi-ICs mit ins Grab. Andere verglühen und unterbrechen - das bekommt zwar den Stabi-ICs besser, aber die angeschlossene Schaltung funktioniert danach ebenso wenig.

Gebrauchte AVM-Monos brauchen also IMMER neue Zenerdioden UND neue Stabi-ICs, dabei müssen die Zenerdioden so frei wie möglich und an möglichst langen Beinen montiert werden, damit sie weder ihre Lötstellen, noch umliegende Elkos in Mitleidenschaft ziehen. Danach läuft die Sache weit stabiler als im Originalzustand.
Seit ich auch eine Quelle für Dioden-Kühlfahnen aufgetan habe, konnte ich das Problem noch dauerhafter entschärfen - denn wie oben erwähnt - leiden die Bauteile ja vor allem an der Hitze. Mit montierten Kühlfahnen verzehnfacht sich in etwa die Oberfläche, deren Temperatur (und damit die der Sperrschicht) wiederum sinkt um mehrere zehn Grad (°C/°K). Bei dreißig bis vierzig Grad Abkühlung wiederum steigt die Lebenserwartung auf das 2 hoch 3- bis 4-fache, also um den Faktor 8 bis 16 - womit wir in einem Bereich landen, wo die Lebensdauer der Stabilisierung nicht mehr der begrenzende Faktor für die Gesamtlebensdauer ist...

komplett revidierte Steuerungen mit neuen Sub-Modulen - auch die Trimmer (hier kann man den Einschalt-Knacks minimieren) sind neu.

Wer solche AVM-Monos gebraucht kauft...

...der muss entweder das große Glück haben, dass sie fast keine Betriebsstunden (auch nicht Standby!) absolviert haben, oder bereits fachgerecht repariert wurden. Kleiner Anhaltspunkt was man für so was heutzutage (2016) ausgeben kann: bei gut erhaltenen, vollständigen Gehäusen 300€ pro Paar, mehr keinesfalls, denn ohne Revision (siehe oben) sind die Geräte so gut wie unbrauchbar bzw. durchaus nicht ungefährlich für die angeschlossenen Lautsprecher. Bei um die 760€ knapp kalkulierten Revisionskosten ergibt das insgesamt um die 1060€ für ein Paar, mangels Konkurrenz auf dem Mono-Endstufen-Einsteiger-Markt für ein haltbares Duo mit drei Jahren Garantie noch akzeptabel.

Die von oben sichtbare Steuerplatine ist bei benutzten Geräten IMMER braun und bei sachgemäß reparierten Geräten IMMER mit Draht verstärkt ("geflickt"). Das macht auch AVM in der eigenen Werkstatt nicht anders - wobei hier ebenfalls sorgfältig die (neuen) Dioden mit langen Anschlussbeinen, aber ohne Kühlfahnen montiert werden - alles schon gesehen.

unten: die durchgeführten Bauteile-Beine wurden nicht gekürzt, sondern als Leiterbahn-Verstärkung oder Ersatz verwendet- die mechanisch und thermisch stabilste Lösung, optisch natürlich kein Glanzlicht. einzige bessere Alternative: ein neues Platinen-Layout - den Aufwand habe ich bisher gescheut.

hier ein überarbeitetes Board der nächsten Generation - ohne Sub-Module

Das ist ein QUALITÄTSMERKMAL, kein Mangel.

Alle unbearbeiteten älteren AVM-Monos fallen zwangsläufig irgendwann aus. Wer in ebay zu solchen AVM-Monos in Zusammenhang mit "technisch einwandfrei" liest: "wurde nie repariert", der sollte besser nicht zu hoch steigern. Schon nach dem Transport könnten die guten Stücke ausfallen, weil die verbrannten Lötstellen durch Vibration den Rest bekommen haben.

Was sonst noch verschleißt oder zu wechseln ist

Die Treibertransistoren werden relativ warm, AVM hat auf die verwendeten BD139/140 irgendwann begonnen, Kühlfahnen zu montieren. Ich schmeiße die Fahne samt Transistor raus und nehme stattdessen einen hochwertigen Toshiba-Treiber mit von vornherein größerer Oberfläche, inzwischen zusätzlich mit hochwertigen Aufsteck-Kühlfahnen.
Natürlich sind die kleineren Elkos - wie in jedem Gerät - nach den Jahren zumindest angeschlissen, in Treibernähe der AVMs hatte ich aber schon richtig taube Exemplare.
Alles raus...
Dasselbe auf den Steuerplatinen, die bleiben ja auch nicht kalt. Da bringen neue Elkos übrigens auch klanglich etwas, denn hier sitzt die Eingangsstufe, die mit einer besseren Versorgung sehr wohl auch besser funktioniert.
Dann wurden in den Geräten teilweise Kleinsignaltransistoren BC546A/556A verbaut, deren Gehäuse aus kleinen, von der Anschlussseite mit Kunstharz ausgegossenen "Näpfchen" besteht (nicht so sehr die Philips-Typen mit der silbergrauen Beschriftungs-Fläche, die sind in der Regel o.k.)

(...geraten bei mir allerdings nach und nach auch immer häufiger in Verdacht und werden darum inzwischen meist ebenfalls pauschal erneuert - A.d.R. 2017).

Achtung! Diese Transistoren setzten gerne aus oder prasseln, diese Gehäuse neigen zu Einschlüssen mit unberechenbaren Eigenschaften.
Raus damit!
Wobei ich inzwischen durchgehend alle kleinen Transistoren und auch die oft aussetzenden grünen Leuchdioden einfach pauschal gegen RoHS-konforme (und nicht zuletzt dadurch weniger ausfallträchtige) wechsele - geht schneller und man braucht nicht nach Details zu suchen - und den Materialpreis kann man an solchen Punkten wirklich vernachlässigen. Schließlich können auf der Steuerplatine auch die ICs gelitten haben, wenn die Spannungsversorgung mal defekt ging - da muss man suchen. Oder, was schneller und unter dem Strich wieder billiger und zuverlässiger ist: bei offensichtlich hoch gelaufener Steuerplatinen-Versorgung mache ich einen Rundumschlag und wechsele pauschal alle ICs auf der Platine - natürlich bei den Signal-führenden Teilen immer parallel auch im anderen Kanal.

Und dann hatte ich wegen der nicht im Platinen-Layout vorgesehenen radialen Bauform moderner Hochleistungs-Elkos bei früheren Exemplaren immer die goldenen, axialen Röderstein-Elkos im Gerät gelassen, denn diese sind selten defekt oder auch nur nennenswert verbraucht. Sie sind aber auch kein klanglicher Überflieger in meinen Ohren, immerhin liegt das Hauptnetzteil mit seiner Impedanz direkt im Lautsprecherkreis - ich meine...da kann man sich jegliche Kabeldiskussion schenken, wenn man hier nicht denselben Maßstab anlegt.

Ein anderer revidierter Monoblock noch mit original-Röderstein Elkos im Hauptnetzteil

Und Kabel sind NICHT die Lösung für alle Anlagenprobleme (oft eher das Sahnehäubchen auf dem Kuhfladen), können aber zum Nadelöhr für das Signal werden, wenn der Rest hochwertig ist - und können eine ganz wichtige Rolle im "Fine-Tuning" spielen, z.B. über ihre minimale Impedanzanpassung und andere physikalische Effekte - die wiederum entscheidenden Einfluß auf die Arbeitsweise und das Eigenleben der mehr oder weniger gegengekoppelten Ausgangsstufen nehmen. Und GENAU SO wirken auch bessere Elkos im Hauptnetzteil.

Ich hatte 2011 Jahr zwei AVM Mono-Pärchen zur Revision, eine Variante 3, eine Variante 1, der Schaltplan fast identisch, noch mehr nach der Grundüberarbeitung. Bei dem einen Paar waren bereits radiale Elkos vorgesehen und daher konnte ich Sie im Kundenauftrag mit wechseln, bei dem anderen Paar habe ich die axialen Rödersteine im Gerät gelassen. Der Unterschied war absolut frappierend, die Neubestückung im Netzteil katapultiert die Stufe weit über den Preis des teuren Elko-Satzes hinaus. Dynamisch und räumlich setzen sich die sonst gleichen Blöcke derart voneinander ab, dass ich seit dem immer mit einem Platinen-Umbau der älteren Modelle auf radial geliebäugelt habe. Innerhalb Jahresfrist konnte ich dann auch zwei Pärchen und zwei Einzel-Monos ersteigern und habe bei diesem Exemplar zum ersten Mal sowohl mit Zener-Dioden-Kühlfahnen, als auch mit neuen Platinen-Bohrungen für neue Netzteil-Elkos gearbeitet - ist gar nicht so schwierig zu verwirklichen, wenn man vorher richtig rechnet...

Ein Monoblock nach Austausch der Netzteil Elkos

Probleme mit Verguss

wenn jemand mein Homepage- und ebay-Angebote aufmerksam verfolgt hat: ein Paar Monos war zwei mal angeboten. Wie kommt es, dass ich dem Käufer auf Garantie wunschgemäß sein sorgfältig überarbeitetes Pärchen - trotz allem vorigen Aufwand - ausgetauscht habe?
Es gibt einen Schwachpunkt, den ich bis dahin nie erwähnt hatte, da er statistisch nicht besonders bedeutsam ist, aber einen vorbeugenden oder heilenden Eingriff normalerweise vereitelt:
Der gelegentliche Kunstharz-Verguss der beiden Sub-Module auf den Steuer-Platinen der ersten Generation. Genau der hatte hier vorgelegen. Selbstverständlich ist ein Austausch vergossener Teile unmöglich, allerdings enthalten diese Module immerhin keine verschleißenden Elkos, sondern hauptsächlich Halbleiter. Und von denen wiederum gehen nur eine bestimmte Generation von Klein-Transistoren kaputt (bzw. setzen aus), und vor allem bei einer vorher angeschlagenen Versorgung kann gelegentlich auch eins der zwei enthaltenen ICs angeschlagen werden oder aufgeben. Die für mich damals nicht ersetzbaren vergossenen Module in diesem Paar wiesen allerdings keinerlei Auffälligkeiten auf, und die Wahrscheinlichkeit, dass sich hier noch etwas auftreten sollte war daher relativ gering. Doch - leider - machte die vergossene Offset-Regelung dann nach Jahr und Tag doch unerwartet Probleme - ich habe dem Kunden also ein anderes Paar (mit jüngeren Steuerungen ohne Sub-Module, an sich der gleiche Schaltplan) revidiert und die Monos auf Garantie ausgetauscht, dabei parallel angefangen das Problem komplett aus der Welt zu schaffen, indem ich die beidem Platinchen per CAD-Programm nach-programmiert und geroutet habe. Noch bevor die beiden bemängelten Monos (einer zeigte Knack-Geräusche und etwas Offset)  wieder da waren, trafen bei mir eine kleine Menge professionell auf meine CAD-Vorlage hin nachgefertigte Sub-Modul-Platinen ein, die ich natürlich ohne Verguss montiert habe, so dass einerseits das Problem behoben, aber auch eine spätere Reparatur erstmals ermöglicht ist.

die neu aufgelegten Boards Version 1.0 - Platinen geroutet mit "EAGLE", gefertigt von MME (www.mme-pcb.de)

so sehen die Steine des Anstoßes aus: ganz rechts sehen Sie die vergossenen und dadurch irreparablen Originale, in der Mitte offene Original-Module, die als Muster dienten und links die von mir nach-gerouteten Module bereits fast fertig bestückt.

Und natürlich wurden neben Ersatz dieses vorher unzugänglichen Teils auch noch die neuesten Errungenschaften meines AVM-M1-Revisionsplans umgesetzt. Ich hatte zwischenzeitlich ein paar jüngere AVM-Blöcke da, die sich wesentlich besser abgleichen ließen, weil der Ruhestrom-Fühltransistor hier in eine Bohrung im Kühlkörper gesetzt wurde. Bei den Ur-Modellen sitzt der entsprechende Transistor mitten auf der Platine zwischen den Kühlkörpern und fühlt an sich nur Strahlung und Luftströmung, die Monos driften daher je nach Außentemperatur und Luftzug recht heftig, ein Ruhestrom-Abgleich ist unter diesen Umständen nie wirklich genau und entsprechend Zeit- und Nerv-raubend. Hier nun habe ich jetzt ein wenig Aufwand getrieben und neben Einsatz eines neuen, dichten, zuverlässigen und dauerstabilen Bourns-Spindeltrimmers zur genauen Einstellung den verwendeten BD140-Transistor gegen einen gleichen Typs, aber im vollisolierten Gehäuse getauscht. Der wird mit einem kleinen Streifen Rasterplatine über ein Flachbandkabel mit der Platine verbunden und mit Wärmeleitpaste an den Kühlkörper geschraubt.
Der Effekt ist eine verblüffende Verbesserung des Ruhestrom- und Temperatur-Verhaltens, statt vorher mehrerer Stunden Abgleich bekommt man die Einstellung jetzt (unter etwas Fremd-Erwärmung mit Heißluft) in einer Viertelstunde derart genau auf den Punkt, dass sich auch in tagelangem Betrieb bei schwankender Raumtemperatur an der Stromaufnahme so gut wie nichts mehr ändert - die Drift reduziert sich auf einen winzigen Bruchteil des Original-Aufbaus.

und hier die letzte Fassung: der isolierte Ruhestrom-Transistor ist zur thermischen Stabilisierung kopfüber links seitlich am Kühlkörper montiert, der Einstell-Regler rechts unten ist zu einem hochwertigen, dichten, blauen 25-Umdrehungen-Spindel-Trimmer von Bourns geworden.

Zusammengefasst erhalten Sie hier also die bisher zuverlässigste und stabilste Überarbeitung der Ur-Version des AVM-M1-Monoblocks, meine neueste Generation sozusagen - was Sie dabei aber direkt nach Überarbeitung stets abwarten müssen, ist die normalerweise einige Monate lange Einspielphase - denn bei den verwendeten, auf Jahrzehnte Betrieb ausgelegten Long-Life-Elkos bekommen Sie optimalen Klang  erst nach langem Betrieb - nach etwa einem halben Jahr gibt es kein "kopflastigens", leicht agressives Neugeräte-Verhalten mehr, erst eingespielte Blöcke zeigen einen optimal vollem Grundton-Bereich.

Zu dieser von mir oft wiederholten Behauptung mit dem "Einspielen", vor allem bei Elektrolyt-Kondensatoren:
messtechnisch ist es sicherlich nicht leicht nachvollziehbar, woran dieses empirisch festgestellte Verhalten liegt.
Aber ich gehe davon aus, dass man da tatsächlich etwas messen könnte, wenn man nur die richtigen Parameter auf's Korn nimmt - nur fehlt mir allein schon ein entsprechend präziser Messpark - das gibt in meinen Augen sogar genug Stoff für mehrere Doktorarbeiten ab (Werkstofftechnik, Elektrotechnik, Gehirnforschung, Psychoakustik...).
Und dann ist da auch noch die Krux mit zweifelnden Dogmatikern, wenn ich so was aus Erfahrung behaupte. Denn wie erklärt man ein für einen selbst durchaus nachvollziehbares Verhalten einem Messtechnik-Fanatiker, der gar nicht hören will, was seine bisherigen Messverfahren nicht so ohne weiteres nahe legen?
"Du kannst mir zeigen (vorspielen), was Du willst, ich seh' (hör') nur was ich glaub'...". ist im Grunde das fest gefahrene Motto. Und wer will, kann an den Unterschieden ja auch durchaus mit voller Überzeugung "vorbei hören" - natürlich spielt jeder CD-Spieler oder Verstärker auch irgendwie alle Töne...
Für mich ist eine solche Indifferenz aber auch auf ähnlichem Niveau, wie wenn jemand behauptet, es spiele keine Rolle, ob Dinu Lipatti Bach spielt, oder ein Synthesizer das zugehörige Midi-File. Definitiv spielen auch hier beide alle Noten...
Ich kann die Skepsis ja in Grunde verstehen, ich finde durchaus, dass man nicht unreflektiert esoterischen Blödsinn und Halbwahrheiten in die Welt setzen und glauben darf, man sollte immer hinterfragen, auch das eigene Ohr.
Nur: wo das eigene Ohr auf irgendwelche Parameter empfindlicher reagiert als verfügbare Messverfahren (und das erfahrene Ohr ist durchaus empfindlich, im übrigen der eigentliche Maßstab allen Tuns im Bereich Hifi), da muss man letztlich die Messverfahren ans Ohr anpassen und nicht umgekehrt. Und bis es in Zweifelsfällen so weit ist, bleibe ich ich schlicht bei meinen wiederholbaren Erfahrungen. Ich meine...
...zu Stradivaris' Zeiten hat dem Maestro auch keiner einreden wollen, dass er seinen Aufwand einschränken soll, weil seine Erfahrungen ja messtechnisch nicht nachvollziehbar wären. Und heutzutage rätseln die Wissenschaftler herum, wie genau er denn seine Instrumente so überlegen gut bauen konnte. Man kommt mit wachsendem Grundlagenwissen der Sache sogar nach und nach auf die nicht ganz leicht nachvollziehbare Spur - in der Hifi-Elektronik ist die Problematik halt ähnlich vielschichtig, vieles, was vor drei Jahrzehnten für Humbug gehalten wurde, ist inzwischen entweder entlarvt - oder die Standard-Folklore. Insofern: warten wir mal ab, ob sich das "Einspielen" elektronischer Komponenten nicht über kurz oder lang genauso selbstverständlich in wissenschaftlich fundierte Modelle gießen lässt, wie es sie für die heutzutage gängigen Parameter bereits gibt.

wie vorgefunden: unrevidierte Endstufe - die kleineren Elkos sind alle nur noch Schrott, Leuchtdioden und BC546/556-Transistoren häufige Ausfallursache

Arbeit und Ergebnis

Inzwischen wasche ich nach der Demontage die Platine umfassend, in der Folge sieht die Grundplatine nur im Bereich großer Erwärmung noch etwas angeschlissen aus, im Großen und Ganzen sieht das Gerät dann aber wieder so neuwertig ist, wie es elektrisch auch ist.

Nach Austausch der  kleinen Elkos und Halbleiter - im Hintergrund noch die originalen Röderstein-Netzteil-Elkos

Elektrotechnisch und vor allem klanglich sind die Blöcke nach der Revision nagelneu, besser als sie je waren.

Ich mag den topfigen Sound der original verwendetenen Röderstein und ERO-Elkos nicht, schon gar nicht im "ausgelutschten" Zustand. Selbst wenn sie noch keine äußeren Anzeichen aufweisen, sind sie in der Regel "durch" mit ihrer Lebenserwartung, wenn nicht sogar an der Dichtung oder gar am Alu-Becher. Mag dieser Typ im Neuzustand noch "Geschmackssache" gewesen sein, inzwischen sind die "güldenen" eher ein Betriebs-Risiko, egal ob in Foren mein radikales Vorgehen nun gut gefunden wird oder nicht. Im Rahmen einer Generalüberholung mit 3 Jahren Garantie liefere so was ganz bestimmt nicht mehr aus...

ausgelaufene "Rödersteine" - alle alten Elkos werden ersetzt, selbst wenn man so etwas noch nicht sieht.

Mit Panasonic HA/FM/FC (oder inzwischen Nichicon GU, A.d.R. 2017) leben die Geräte auf und spielen richtig rund und musikalisch - und vor allem aber dynamischer und rhythmischer als in der Originalbestückung. Auch die Japan-Treiber mit ihrer besseren Stromlieferfähigkeit kontrollieren die MOSFETs besser und gewöhnen ihnen dadurch ein paar Unarten und Härten ab.

Die Beschaltung ist für MOSFET-Stufen ohnehin untypisch, aber absolut korrekt: der Treiber ist mit dem jeweiligen Leistungs-FET-Paar in Form eines Darlington-Transistors beschaltet, was einerseits die unangenehmen Eigenschaften der nicht-linearen Gate-Kapazität und deren Umlade-Vorgänge eliminiert, andererseits der kompletten Endstufe die bipolare Charakteristik der Treiber aufdrückt, die bei dem relativ niedrigen Ruhestrom ein viel angenehmeres Klirrspektrum - vor allem im Übernahmebereich - als die eigentlichen Leistungs-Elemente aufweisen. Keine Spur von nervigem MOSFET-Klang, nur deren Robustheit!
Denn mit Gate-Source-Spannungsbegrenzung wird durchaus gearbeitet, womit der Maximalstrom sanft und vor allem absolut zuverlässig genau da begrenzt wird, wo wirklich Zerstörung drohen würde. Ohne vorherige Nebenschäden in der Begrenzung sind die Stufen auch durch die PTC-Eigenschaft und den nicht vorhandenen "secondary breakdown" der FETs daher kaum klein zu bekommen (aber bitte nicht drauf anlegen...)

Und noch eins: ich hatte auch die nachfolgenden Evolution-Monos auf dem Tisch und konnte sie ausgiebig hören. Nicht schlecht, alles eine Nummer größer, eigentlich fast der gleiche Schalt- und Bauplan... aber die Nachfolger kommen irgendwie nicht ran an das Original, egal was man tut. Mächtiger sind sie schon, besser geeignet für große, wirkungsgrad-arme Lautsprecher mit kritischen Impedanzgängen in riesigen Räumen.
Doch sie erreichen nicht die Stimmigkeit der ersten drei Varianten des "Mono-Blocks", den sie in der hier angebotenen Neufassung mit den verschlissenen Exemplaren, wie sie sonst gehandelt werden auch überhaupt nicht mehr vergleichen können.

Alles in allem: Wenn Sie mal AVM Monos "@ their best" hören wollen, sind Sie hier richtig!