CD-Spieler

Exposure CD player - by John Falowe

Baujahre ab ca. 1997
Revelation LVDS-Version,
Fertigung unserer neuesten Board-Generation bei Tritronic in Bayreuth
Preis mit 3 Jahren Garantie*
*Erläuterung siehe Garantiebestimmungen
ab 1496,-€** (Mitnahmepreis)
**bei Inanspruchnahme Skonto

Allgemeine Eigenschaften:

  • Front-Lader
  • spielt CD und CD-R
  • Fernbedienung
  • einige (frühere) Geräte besitzen einen S/PDIF Digitalausgang (BNC)
  • Philips Laufwerk CDM12.1/12.2 - VAM1201/1202
  • Wandler Philips TDA1545
  • Grundgerät Philips CD733 oder ähnlich

Exposure-eigene-Komponenten:

  • Gehäuse
  • Trafo - extrem ausgefeiltes Netzteil
  • Clock-Modul
  • Ausgangs-Platine mit I/U-Wandlung, Ausgangsstufen, Relais-Stummschaltung und Netzteil-Versorgung (Gleichrichter, Exposure-Lade-Elkos, Vierfach-Stabilisierung)

Eines der zu Beginn 2020 fertig gestellten "revelation"-Geräte

Handfertigung für SMD zu aufwändig

Bislang waren die zusätzlichen Platinen in unseren umgebauten Exposures komplett von Hand bestückt. Bei SMD-Widerständen mit Gesamtlängen von 1mm, die beim Einsortieren eher wir ein Häufchen Staub aussehen, ist das eher gar nicht so lustig, extrem Zeit raubend, derart kleine Teile in hoher Anzahl zu bestücken. Glücklicherweise hat sich die Bayreuther Firma Tri-Tronic auf das Experiment eingelassen, unsere nicht auf Automation optimierten Projekte zu fertigen, mit uns unerfahrenen Kunden sicher erst mal reine Nervensache. Natürlich kann ein breit aufgestellter Bestücker auch nicht die Schwerpunkte ahnen, auf die wir "HigEnder" wert legen. Doch es hat besser als erwartet geklappt mit einer Probier-Kleinserie von 3x10 Platinen. Zwei dieser Board-Typen sind inzwischen in die Exposure-Player gewandert und fast schon wieder aufgebraucht. Nachdem ich über so einem Board bisher stets einen geschlagenen Tag nur zum Bestücken zugebracht und den Preis eher durch Tiefstapeln bei der Arbeitszeit "politisch niedrig" gehalten hatte, sind die (gemessen an ähnlich großen Boards) wegen der Rüstkosten-Umlagen auf nur je 10 Stück durchaus hohen Kosten dennoch im grünen Bereich geblieben. Der automatisierte Aufwand hat sich also bereits bei geringer Auflage gerechnet.
Es kommt danach noch Einbau und Test dazu - etwas was man nicht wirklich kürzen kann, nur einüben. Nun, da haben wir jetzt bereits ordentlich Erfahrung, die letzten Exemplare liefen samt kompletter Revision absolut auf Anhieb - inzwischen weiß man, wie empfindlich die Philips-Laufwerks-Platinen in Sachen abreißender Lötaugen sind und wie extrem umfangreich man nachlöten muss. Doch gerade diese Erfahrung erhöht die Sorgfalt, verringert die Fehlerquote und beschleunigt die immer besseren Ergebnisse.

Bei einem der Geräte wurde der Deckel zum Pulvern geschickt

Was ich entsprechend nicht wirklich erklären kann, was aber dennoch logisch erscheint: die aktuelle Umbau-Fertigung klingt optimal, gefühlt so gut wie nie vorher - obwohl wir technisch eher nur noch optische Korrekturen gemacht haben. Der SATA-Stecker ragt jetzt aus dem Logik-Board nach oben heraus, wo vorher Dioden als OR-Gatter noch ein wenig hässlich die rechts-rechts/links-links-Signale zusammengeführt hatten, sitzt jetzt ein CMOS-IC - dass man die Rechts-Links-Vertauschungen durch Phasenumkehr des Word-Clock-Signals korrigieren musste, alles Vergangenheit, die neuen Platinen funktionieren absolut korrekt und zuverlässig, sind zudem RoHS-konform gefertigt. Sehen im Detail natürlich auch besser aus.

Übersicht innen dritte Generation Exposure Revelation-CD, 2020

Das Projekt hat einen richtig runden Stand erreicht, technisch absolut stabil und zuverlässig, Basis ist eines der verbreitetsten Philips-CD-Laufwerke aller Zeiten, CDM12.2 - da kann man über lange Zeit noch nach- oder ausgebauten Nachschub bekommen. Und das "billige" aber zuverlässige Laufwerk spielt bei der hier angewandten Behandlung der Daten klanglich keine Rolle, das Laufwerk sitzt im nunmehr vom Analogteil galvanisch total getrennten Digital-Bereich, die Master-Clock, die für geringsten Wandler-Jitter sorgt befindet sich dagegen im Analog-Bereich nur wenige Millimeter von den Wandlern entfernt - die wiederum arbeiten, je 1 mono betriebener "Stereo"-Chip pro Kanal, mit parallel geschaltetem Ausgang und somit doppeltem Strom. Ihre Versorgung ist entkoppelt. Die Ferrit-bewährte Strom-Ableitung des Wandler-Boards zur revidierten und angepassten Exposure I/U-Ausgangs-Platine mit dem dicken, 4fach geregelten Netzteil sitzt exakt über den in Brighton vorgesehenen Einspeisepunkten. Im Original liefen zu diesen Anschlüssen noch Koax-Zuleitungen mit dem Strom-Signal vom schlecht versorgten, einzelnen Stereo Wandler-IC unter der der Laufwerks-Platine. Und brachte jede Menge zusätzlichen Masse-/Servo-/HF-Störungen mit.

Die galvanisch eingkoppelten Störungen hatten wir bereits in der letzten Generation komplett eliminiert, die Übertragung per LVD mit LAN-Kabel funktioniert nun auch hervorragend Strahlungs-arm und zuverlässig.

Wirklich ALLES was an dem Gerät den spezifischen Exposure-Klang im positiven Sinn ausmacht, sitzt auf diesem I/U-Ausgangs-Board und wurde nur revidiert, nicht geändert - einzige Ausnahme bei der Konservierung des Konzepts ist der Ausgangs-Koppel-Kondensator: 47µF (Nichicon Muse bipolar) statt 10µF - geht unverzerrter und tiefer runter. Die klickenden Relais haben wir aus nostaligischen Gründen auch unangetastet gelassen - wen das wirklich stört, der kann einen Umbau auf ein teures REED-Relais haben - doch wozu ;-) eigentlich?  

Hier noch ein paar Detail-Fotos

Fertig aufgebauter Wandler/Ausgangs-Block

Die Doppelstock-Konstruktion von der Laufwerks-Seite

Blick auf den "Doppelwhopper" von links

Und hier die letzte Fassung der nunmehr perfekt angepassten und störungsfrei arbeitenden Logik-Platine - ja am IC1 Pin 13-14 ist eine Brücke vergessen worden, nächste Auflage wird das auch noch korrigiert.

Schnell zugreifen

...so ein Spruch ist sonst nicht meine Art. Aber diese Geräte wachsen nicht so einfach nach. Und einen derart analog klingenden Player bekommt man in dieser Preisklasse äußerst selten, noch weniger einen mit diesen typischen Exposure-Tugenden. Wirklich "aufdeckend", spritzig, tiefgängig. Der Charakter ist noch genau der eines Exposure-Players. Im direkten Vergleich hat diese Version aber mehr Tiefgang, mehr "Kohärenz" - einfach weil Störungen weg gefallen sind. Beseitigter Jitter wirkt Hochton-Artefakten entgegen - zunächst meint man, es fehlen Höhen - bis einem klar wird, dass die bei der Originalfassung einfach aufdringlicher und falscher sind. Der "Revelation" verschiebt die Balance insofern hin zum Bass, der aber nicht "fetter", sondern durchhörbarer erscheint. Was er auch besser kann denn je: Ansatzlosen Impuls.

Wenn dieses Gerät Serge Gainsbourg "Initial songs", Spur 16 "überträgt", dann sieht man keinen CD-Spieler vor sich, sondern es drehen sich vor dem inneren Auge große Spulen auf einer AEG Master-Bandmaschine. SO wenig digital...

Auch verglichen mit anderen Digitalquellen wie Streamern absolut in der Oberliga. Das liegt nicht zuletzt am echten Parallel-Wandler-Konzept. Dieses Gerät ist NICHT 1-Bit/Bitstream/Delta-Sigma - oder nennen wir es mit den Worten eines Kollegen mal "Zappelwandler"...
...hier mag der Klirr (THD=total harmonic distortion) eine homöopathische Dosis höher sein als mit modernen 1Bit-Faggschiff-Wandlern, die disharmonischen digitalen Artefakte dagegen sind spürbar minimal.
Im Augenblick, in dem ich das schreibe (Januar 2020), stehen noch drei solche Geräte zur Verfügung, bei einem ist der Deckel gerade in Überarbeitung. Drei Sätze Platinen sind noch übrig ohne dass ich bislang Player dafür hätte - wenn die dann aber weg sind, weiß ich nicht, ob und wann ich wieder welche liefern kann.
Insgesamt halt eben immer noch Hand-gebaut...