CD-Spieler

Arcam Delta 170 - black box

Preis 699,-€, komplett revidiert
3 Jahre Garantie*
*Erläuterung siehe Garantiebestimmungen

Revision:

  • in beiden Geräten alle Elektrolyt-Kondensatoren erneuert
  • Lötstellen nachgearbeitet
  • Laufwerk gereinigt/geschmiert

Eigenschaften:

Laufwerk:

  • Philips CDM1 MK2 Laufwerk mit Schwenkarm (ähnlich CDM4), sehr kurze Zugriffszeiten
  • optischer (Toslink) und koaxialer (S/PDIF) Ausgang am Laufwerk
  • Transportsicherungen noch vohanden
  • Display schaltbar

Wandler:

  • TDA1541A-Wandler mit getrennter Analog/Digital-Versorgung
  • Ausgänge 0,8V RMS (Line-Pegel) oder 2V RMS (CD-Pegel)
  • S/PDIF-Polarität umschaltbar

Front-Ansicht

Rückseite

Damit kann man leben...

So ungetüm groß diese Kombi für einen schlichten CD-Abspieler ach daher kommen mag, so veraltet wie die Technik heutzutage klein geredet wird und so sehr sich auch theoretisch und praktisch Verbesserungen ergeben haben mögen: So ein Philips-basiertes End-80er-Jahre-Gespann hört man sich an und stellt erstaunt fest, dass die vielen kleinen Fehler und Allüren von damals bei weitem nicht so auf den Geist gehen, wie die Plattheit der meisten heutigen Geräte. Und dass ganz offenbar musikalische Aspekte in Entwicklungsabteilungen vor 30 Jahren noch eine größere Rolle gespielt haben, als heutzutage.

Insbesondere die Eigenschaften des hier verwendeten TDA1541A-Wandlers lassen aufhorchen, wenn man so was nicht gewohnt ist - kein Bitstreaming, sondern schlichte 16 Bit parallel gewandelt, gerade mal mit vierfacher CD-Takt-Geschwindigkeit setzt die Blackbox den Dattenstrom in Analog-Signale um, so wie viele ihrer CD-Spieler-Mitbewerber aus der gleichen Entstehungs-Zeit. Wobei man hier mit der Zwei-Gehäuse-Lösung mehr Aufwand getrieben hat, als die meisten Konkurrenten. Das hat sicher ein paar deutliche Vorteile, die Nachteile in der gewählten Konstellation und deren Kompensation spreche ich weiter unten noch an.

Vor allem fallen Verkopplungen der Laufwerks-Servo-Elektronik mit der Versorgung der Wandler-Elektronik erst mal komplett unter den Tisch, weder auf den Masseleitungen, noch auf den Betriebsspannungen oder in den elektrischen Feldern kommt vom Laufwerk ein nennenswerter Einfluss beim Wandler an. Die positive Wirkung dieser Entkopplung liegt auf der Hand und ist hier auch entsprechend nachvollziehbar.

Was zu damaligen Zeiten nicht so ganz klar war und erst in Nachfolgemodellen von Grund auf in Angriff genommen wurde (leider bei gleichzeitiger Abschaffung der Parallel-Wandler-Technik), ist die Qualität einer S/PDIF- oder Toslink-Multiplex-Übertragung und deren direkte Folgen in einem Echtzeit-System. Man hat ja damals keine wirklich großen Datenmengen gepuffert und die PLL-Schaltungen zur Steuerung der Wandler-Clock hatten noch bei weitem nicht die heute gewohnte Präzision. Durch das Frequenz-Gemisch auf der Datenleitung leidet nun jedoch die Genauigkeit der digitalen Flanken (und die sind hier die eigentlichen Überträger der Information) - und zwar umso mehr, je schlechter die Eigenschaften der Übertragungsleitung sind. Verwendet man eine HF-technisch perfekt verlegte und verbundene, unbeschädigte Koax-Leitung für das S/PDIF-Signal, an beiden Enden elektrisch genau richtig (Reflektions-los) abgeschlossen, dann werden sämtliche Übertragungsfrequenzen gleichmäßig behandelt und es ergeben sich auch gleichmäßige Laufzeiten. Ist das (wie meist in der Realität) nicht so gut gegeben, dann entstehen zusätzliche Fehler, die Flanken werden einfach nicht gleichmäßig behandelt, können in der Steilheit verändert oder in der Phase verschoben sein. Alles nicht so schlimm, solange die Empfangs-Elektronik den Fehler perfekt wieder aus-mittelt, am besten über einen längeren Speicher-Zeitraum, dann können sogar noch Jitter-Komponeneten des Laufwerks selber egalisiert werden. Geht heutzutage auch wirklich gut, besser als zu jener Zeit, damals waren das allerdings alles deutlich ernster zu nehmende Einflüsse, der digitale Eingang der Blackbox ist für beste Wandler-Ergebnisse tatsächlich auf ein zeitlich präzises S/PDIF-Eingangs-Signal bei weitem mehr angewiesen, als jeder aktuelle Feld-Wald-und-Wiesen-DAC. Den kann er mit einem guten Zuspieler durchaus überflügeln, mit Digitalquellen auf dem Niveau eines (nicht modifizierten) Sonos Connect

Und damit sind wir hier auch an dem Punkt, was damals die Gegenmaßnahmen gegen entsprechende Klang-Verschlechterungen waren:

  • in erster Linie musste schon mal das Laufwerk ruhig laufen, die hochwertige Mechanik so eines CDM1 MK2 -Geräts hatte insofern damals eine große Berechtigung, unter anderem der "Jitter-Abdruck" (das Spektrum des Digital-Signal-Phasen-Jitters) jener aufwändigen Schwenkarm-Laufwerke war späteren Billig-Konstruktionen klar überlegen.
  • die Verkablung muss stimmen, denn wenn die S/PDIF-Verbindung keine perfekte 75-Ohm-Leitung ohne Reflektionen durch Fehlstellen darstellt, kann das in diesem Zusammenhang durchaus negativ hörbar werden.
  • der Wandler wirkt in dieser Kombination (z.B. im Vergleich zu einem gerade überarbeiteten Philips CD880) stärker im Hochton abgefiltert, Hochton-Jitter-Artefakte wollte man meines Erachtens lieber gar nicht erst wirksam werden lassen, auch wenn man dabei auf das letzte Quäntchen Hochton-Glanz verzichten musste.

Und genau so ist das Gerät abgestimmt. Es braucht auch tatsächlich ein hochwertiges S/PDIF-Kabel für beste Ergebnisse (ich lege da ein selber gefertigtes bei, das Bauart-bedingt eine sehr gute HF-Leitung ist) und verzichtet vollständig auf nervtötende Hochton-Übertreibungen. Da fehlt aber in Wirklichkeit nichts, weder messtechnisch noch akustisch, es sind eher die von anderen zu Marketing-Zwecken aufgepushten Hochton-Fehlleistungen, die hier unter den Tisch fallen.

Und so war der erste Besucher-Kommentar zum frisch revidierten Gespann im Probelauf auch:

Das ist aber schön, da könnte ich stundenlang zuhören...

- genau so ist es, denn da wo die Geigen spielen, da wo gesungen und getrommelt wird, da wirkt alles natürlich und farblich richtig, lebendig und bewegt. Zu diesem Gerät noch einen kleinen Verstärker mit Zweiwege-Boxen gesellt, da bleiben gerade bei der Darstellung kleiner Bühnen keine Wünsche offen.