Vorverstärker

Rega Cursa 3

Preis 569,-€ komplett revidiert, 3 Jahre Garantie*
*Erläuterung siehe Garantiebestimmungen

Revision

Nach Bedarf, mindestens:

  • Alle Elektrolytkondensatoren erneuern

Eigenschaften

  • Gehäuse ein paar kleinere Macken, insgesamt gut erhalten
  • Phono MM/MC optional bestückbar - momentan kein Phono
  • Phono-Buchsen (momentan nicht belegt/Line)
  • 6 Line Eingänge davon
  • 2x Tape Schleife
  • 2x Stereo-Ausgang zur Endstufe
  • Fernbedienbar, Verschleiß-freie Bedienelemente (Umschaltung über luftdichte Relais, Lautstärkerregelung elektronisch mit LED-Anzeige), Fernbedienung RC5-Code, Standard-Belegung Preamp1, auch Geber anderer Hersteller funktionieren. Gegen 20€ Aufpreis kann eine lernfähige, passend vorprogrammierte Fernbedienung beigelegt werden.

Cursa 3 Frontansicht

Rückbau eines total verbastelten Vorverstärkers

...hatte ich erwähnt, dass ich gefühlt manchmal arabische Strafen befürworten würde, wenn mal wieder jemand die Finger in etwas gesteckt hat, was absolut nicht seines ist? ;-)

Dieses Gerät erreichte uns "getunt". Hat allerdings seit dem "tuning" auch nicht mehr so richtig funktioniert. Leider habe ich mir keine Fotos aufgehoben, an Stelle der drei im Gerät verwendeten (Doppel-)Operationsverstärker hatte ein Super-Spezialist diskrete Burson-Operationsverstärker an gebogenen Kuperdrähten in die Platine gefrickelt und die damit schwerstens beschädigt, an den Durchkontaktierungen war alles aus- und abgerissen. Im Ergebnis kam nur noch wenig durch, obwohl diese Operationsverstärker im Original mit dem Haupt-Signalweg gar nichts zu tun haben. So weit muss man sich aber mit einem Gerät aber wohl gar nicht befassen, man kann ja einfach mal was teures einbauen, wo man ein "billiges" IC sieht.

Nun, dass eine Hochglanz-polierte Alu-Felge ausgerechnet beim Ersatzrad im Kofferraum und sonst nirgends an der Karre Sinn ergibt, meinen unter den Auto-Tunern ja nur wenige, im übertragenen Sinne hatte man aber hier nicht nur genau so gehandelt, sondern beim Rein- und Raus auch noch in den Tank gebohrt...

Die drei Operationsverstärker-ICs in diesem Gerät sind nämlich zunächst zweimal nur Tape-Ausgangs-Puffer, die sind Impedanzwandler/Leitungsentkopplung für angeschlossene Aufnahme-Eingänge. Und sie helfen auch gegen Rückwirkungen bei falsch angesteckten Kabeln. Dem "Audiophilen" sind die also schon mal wurscht, denn dem höchsten Genuss beim Abspielen einer Original-Konserve stehen sie ja nicht im (Verstärker-)Signal-Weg. Und das dritte IC ist der DC-Servo, der die Koppel-Kondensator-freie diskrete, hochwertige Line-Stufe im Schnitt auf Nullinie hält. Der arbeitet mit Gleichspannung bzw. Subsonic, die einzige Anforderung an dieses IC ist ein möglichst geringer Eingangs-Offset, denn dann erfüllt er seine sehr begrenzte Aufgabe perfekt, egal wie wenig er kostet.

Man hatte also die Hilfs-ICs in eine (für den gewählten Zweck sogar schlechtere) ca. 100fach teurere Edel-Version getauscht und dabei noch jede Menge Flurschaden an der Platine angerichtet. Eine klangliche Verbesserung wäre durch die Maßnahme zwar von Vornherein unmöglich gewesen, ein Totalausfall durch übermäßige Kompetenz war dagegen die zu erwartende tatsächliche Folge.

Fehlersuche in der Schutzschaltung

Das Gerät wurde uns nach Schadensanalyse zur "Entsorgung" überantwortet, bei uns kommt allerdings nie was weg und so habe ich irgendwann später nach Grund-Rückbau samt Revision (Austausch aller Elektrolytkondensatoren) begonnen, aufwändig nach dem verbleibenden Rest-Fehler zu suchen. Der bestand darin, dass das Ausgangs-Relais nicht frei gab. Im Gerät wird ein Schutzschaltungs-IC verwendet, wie man es eigentlich sonst im Bereich von Endstufen für den Lautsprecherausgang verwendet, zusammengefasst sind darin eine Einschalt-Verzögerung, eine Wechselspannungs-Überwachung zum sofortigen Abschalten beim Ausbleiben der Netzspannung sowie eine Gleichspannungs-Erkennung für die Ausgänge, damit schädliche DC-Pegel abgeschaltet werden und nicht den Ausgang erreichen. Und das IC hat einfach nicht mehr funktioniert. Auch nicht nach Austausch gegen andere ICs des gleichen Typs. Es hat lange gedauert, bis ich darauf gekommen bin, dass eine Zuleitungs-Leiterbahn aus dem Netzteil zu diesem Schutzschaltungs-IC durch Spezialisten-Einwirkung beim Einbau von Edel-Elkos einen Haar-Riss bekommen hatte, ein verdeckter Rest-Fehler. Die hier verwendetetn Elkos hatte ich längst wieder gegen amtlich wohlklingende ausgetauscht, den Riss aber übersehen.

Diese Suche hat ordentlich Zeit gekostet, doch danach lief das Gerät wieder stabil wie vorgesehen und ohne "tunende Hände" bleibt das jetzt auch so.

Üppig ausgestattete Rückseite

Klang

Inzwischen haben wir den Cursa 3 ein paar wenige Male verwendet und ich kann ohne eingehende Hörsitzung nur umgehend sagen: im positiven Sinn unauffällig. Er verschluckt nichts, verdeckt nichts, lässt Raum und Farbe intakt, lässt sich prima mit unserem Sugden-RC5-Geber komplett fernbedienen - sehr schön! Muss man nur in Ruhe lassen.

Wenn ich dazu komme, schreibe ich mehr über den klanglichen Eindruck.