Endverstärker

Quad 606

Verkauf in Kommission für VB 800,-€
komplett revidiert, 3 Jahre Garantie*
*Erläuterung siehe Garantiebestimmungen

Verkauf in Komission, war eine Anschaffung bei einem Freund, um die Zeit zu überbrücken, bis meine weiter entwickelte Quad-405 Monoblock-Variante in ordenlich gefertigter Form verfügbar ist. Wirklich nicht schlecht, die 606, doch bei der Sauberkeit und Räumlichkeit kommt sie nicht ganz mit der Weiterentwicklung mit, beim Spassfaktor durchaus. Vielleicht sogar ein Spitzenkandidat für bi-amping im Bassbereich.

Eigenschaften:

    • Nur Ein- und Ausgänge
    • Quad "current dumping" Prinzip (Stromablade-Verstärker)

    Revision umfasst:

      • je 3 kleine Elektrolytkondensatoren pro Kanal erneuert

      Das Gehäuse ist gut erhalten, wenn auch der Nextel-Lack an den Ecken etwas abgestoßen ist

      Quad 606 ist ausgereift und kompakt

      Die Endstufe 303 war bereits ein großer Wurf der konventionellen Endstufen-Technik Ende der 60er Jahre, schlichter Emitterfolger-Ausgang, alles komplementär, noch mit Koppelkondensator, Verkablung Masse-arm, aber dafür mit geregelter bzw. stabilisierter Netzteil-Spannung auch für die Leistungs-Stufen. Das hatten nur wenige Geräte.
      Die Quad 405 war dann eine auf ein neues Theorie-Konzept aufbauende Endstufe der 70er, die geringste Verzerrungen eines Kollektor-gekoppelten A-Verstärkers mit der Griffigkeit einer Hochstrom-B-Endstufe so verbinden sollte, dass sämtliche Fehler im vorgesehenen Bandbereich sich durch die geschickte Kombination in einer Brückenschaltung zwischen Ausgangs-Strom-Kombination und Gegenkopplung-Zusammenführung "heraus kürzen".
      Die Quad 405 in ihrer Originalfassung ist dabei noch etliche Konstruktions-Kompromisse eingegangen, die ich bei deren Weiterentwicklung allesamt weit näher an der Grundidee ersetzen konnte.
      Doch hat man auch bei Quad selbst nicht geschlafen und das wirtschaftlich an sich viel zu wenig erfolgreiche Prinzip weitaus näher an der Grundidee weiter entwickelt, als im Ursprungsmodell. Das gilt im Prinzip auch für kleinere Endstufen wie die 306 oder die Profi-Variante 520f, die im Grunde - bis auf das gewählte Gehäuse - fast mit der 606 identisch ist.

      Was bei diesen Endstufen prinzipiell gefällt:
      Man hat auf Operationsverstärker-basierte Eingangs-Puffer-Stufen wie in der 405 verzichtet, diese Konstruktionen sind grundsätzlich sehr "schlank" aufgebaut, möglichst diskret, wenig Transistoren, extrem direkt. Und das hört man durchaus. Eine Quad dieser Generation verheddert sich nicht in den Untiefen komplexer Musikstruktur und lässt nicht ihre Korrektur wie bei vielen scheintoten Japanern wie eine Kelle fader Soße über dem eigentlichen Geschehen kreiseln.

      Alles ist knackig und kontrolliert, an der Sauberkeit gibt es auch so lange nichts auszusetzen, wie erstens die Kombination mit der Last (Lautsprecher und dessen Verkablung) stabil funktioniert und man nicht unfair mit Geräten vergleicht, die sich mit dieser Bauart ohne extrem aufwändigen Detail-Einzel-Abgleich einfach nicht überbieten lassen.

      Was mir bei Vollbereichs-Anwendung einer 606/306/520f weniger gut gefällt:
      Diese Generation von Quad-Endstufen wurde von Verschleißteilen weitgehend befreit. Es gibt fast keine Stütz-Kapazitäten, Elkos hat die 606 z.B. fast nur noch im Haupt-Netzteil, wo man ihnen durchaus das ewige Leben zutraut. Und auf den Verstärker-Boards gibt gerade mal je 3 kleine dieser Töpfchen, die in höchster Qualität ersetzt einfach auch keinen Grund mehr für Ausfall-Sorgen bieten. Alles andere, was normalerweise mit passiver Stützung von Spannungen über Elkos geregelt wird, wo eine Beruhigung im Detail sonst durch kleine Energie-Reservoires erreicht wird (die halt auf die Dauer mal kaputt gehen können), da setzt Quad auf "Aktivierung", da werden Halbleiter-Hilfs-Schaltungen zur Stabilisierung von Strömen und Spannungen verwendet, die das alles anhand ihrer Kennlinien glatt bügeln. In meinen Ohren hört man das in einer gewissen Härte, all diese Schaltungsteile haben statt eines passiven Verhaltens mit meinetwegen irgendwelchen sanft auslaufenden Frequenzgang-Beschränkungen stets irgendein Reaktions-Verhalten, einen Regelabdruck und sei er noch so schwach. In einem komplex-teil-chaotischen System wie einem gegengekoppelten Verstärker ergeben sich da dann einfach doch andere Eindrücke wie z.B. bei meiner weiter entwickelten 405, wo ich jegliche Versorgungszweige immer wieder auf die lokale Bezugsmasse "erde" und damit einfach Ruhe und Gleichmäßigkeit erhalte.

      Nun, das ist allerdings auch ein Jammern auf hohem Niveau, manch einer wird sich gleich sagen: "na wenn's aber fast gleich ist und dafür absolut langlebig, da gefällt mir die sorgenfreie Variante doch besser" - ja, genau so hat man das in der Quad-Entwicklung wohl auch gesehen, diese Generation würde man in England als absolut "rugged" bezeichnen, die Profi-Variante 520f ist ein zusätzlicher Hinweis auf dieses Denken. Und diese hier angebotene Stufe hängt in gut gewählten Kombinationen durchaus ein gewaltiges Mitbewerber-Feld ab, spielt in einigen Belangen sogar in der absoluten Spitze mit. Zupacken und rhytmische Belange auf jeder Lautstärke-Ebene präzise zu vermitteln, da macht ihr auch an bereits etwas "fordernden" Lautsprechern keiner so leicht was vor.

      "No nonsense" an der Rückseite - Strom und Signal rein und raus, das war's

      Dieses Bild stammt von einem anderen Gerät mit Ringkern-Trafo

      Also gemessen am Handelspreis, dieses Gerät wird ja quasi nur so weiter gegeben wie angekauft (wobei die sechs Verschleißteile natürlich in einer Minuten-Aktion durch Neuware vom Feinsten erneuert wurden) ist das hier gaaanz großes Kino. Lebendig, sauber, packend, langlebig, simpel.
      Wer möchte sie?