Vollverstärker

Musical Fidelity A1-X

2013 verkauft für 459,- €, zurück gekauft zum vollen Preis 2014 zu Vorführzwecken - der Kunde ist auf eine 3A-X/MA50-X-Kombination umgestiegen und hat diese bei mir revidieren lassen. Da hier die komplette aktuelle Revision drin steckt, muss das Gerät inzwischen bei Wieder-Verkauf mit drei Jahren Garantie den aktuellen Kalkulations-Preis (Revision plus Durchschnitt-EK) kosten. Daher:

Preis komplett revidiert 647,- €
3 Jahre Garantie*
*Erläuterung siehe Garantiebestimmungen

...das Gerät kann im Moment gehört werden bei:

AudioVideum
Wiesenstr. 57-63
90443 Nürnberg

es folgt der ursprüngliche Verkaufstext:

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Das hier angebotene Gerät war zur Begutachtung bei der Zeitschrift Stereoplay. In deren Ausgabe 2/2013 in der Serie über Hifi-Klassiker können Sie die Einschätzung der Redaktion nachlesen.
und an alle zögerlichen ebay- Beobachter: ...tja, da hätten Sie mal ein Sammlerstück haben können, das in einer Fachzeitschrift getestet war - ein Direkt-Käufer aus dem benachbarten Ausland war schneller. Wann ich wieder einen A1/A1-X/David habe und was er mich im Einkauf (und den Käufer damit entsprechend) kostet, ist völlig ungewiss...

Eigenschaften:

  • Gehäuse gut erhalten mit ein paar wenigen Gebrauchsspuren - gebürstete schwarze Front mit blau aufgedrucktem Schriftzug
  • Deckel zweiteilig eloxiert
  • interne Lautsprecherkabel zu 1,5 Quadratmillimeter-Querschnitt Lapp-Kabel gewechselt
  • Phono MM/MC umschaltbar
  • 3 Line Eingänge Tape Schleife
  • 2x 25W bei 90W konstanter Leistungsaufnahme - hoher Class-A-Bereich
  • Potentiometer, Quellwahlschalter und beide Druckschalter neu
  • Line Vorstufe Topologie geändert, Konstruktionsmängel beseitigt - siehe Text - Vorstufe nach Marc Hennessy Board Revision 3 (bessere Kanal-Symmetrie durch eigene Versorgung mit rauscharmer Parallel-Stabilisierung!)

...ein paar Worte voraus...

Lesen Sie sich doch mal etwas genauer durch, was ich hier anbiete - ich sehe oft Auktionen und Angebote von verschlissenen Altgeräten in angeblich einwandfreiem Original-Zustand - so was gibt es nach 25 Jahren überhaupt nicht. Angeboten wird teils zu Preisen, die diesen Angebotspreis hier noch übersteigen, obwohl im Gegensatz zu meinem Angebot nicht im geringsten in das Gerät investiert wurde. Nun kann ich an meinen Geräten zwar nicht jeden Kratzer oder Lackschaden verschwinden lassen, aber das hier angebotenen Gerät hier ist an sich eher ein Neugerät, technisch und klanglich seiner Erstfassung deutlich überlegen und mit entsprechend langer Lebenserwartung und Garantie. SO was (siehe auch meine anderen Angebote) gibt es nicht mal auf dem Neugeräte-Markt. Wenn Sie dagegen den Gebraucht-Markt beobachten: für mich wird es immer schwieriger, von den interessanten Modellen noch bezahlbar (Defekt-)Geräte aufzutreiben, die verschlissenen Exemplare werden inzwischen völlig über-bewertet (denn zwischen dem teuer angekauften "Originalgerät" und echtem Hörgenuß steht nochmals genau der unten geschilderte Aufwand). Gleichzeitig werden diese Geräte tatsächlich immer seltener. Preise wie diesen hier kann ich bei dem getriebenen Aufwand darum vermutlich nicht mehr lange machen können.
Wenn Sie mein Gerät kaufen: sehen Sie sich nach Erhalt meine detaillierte Verkaufsrechnung auch mal an, ich schlüssele den Einkaufspreis, Arbeitszeit und Ersatzteile und sonstige Kosten auf - der Preis ist nicht aus Raffgier gewürfelt, ich will einzig meine Arbeit bezahlt haben und handele mit Gebrauchten auch vor allem als Werbung für meine Dienstleistung.

Beschreibung des A1-X

Ein Schmuckstück für Liebhaber dieser Gattung:
die Konstruktion geht recht ungewöhnliche Wege, so besteht das Gerät im Prinzip aus zwei komplett symmetrischen Verstärkerhälften, die nur an Ein- und Ausgang verkoppelt sind, Es gibt sogar zwei Gegenkopplungszweige. Ein winziger, künstlicher Offset-Strom in den Gegenkopplungsanschluß der bipolaren Eingangstransistoren wird hier zur Festlegung des Ruhestroms verwendet. Den entstehenden Gleichspannungs-Offset am Ausgang kompensiert die andere Schaltungshälfte.
Geniale Idee.
Das Gerät arbeitet mit sehr geringer Gegenkopplung - viel ist auch nicht nötig, da ein großer Teil der Verzerrungen sich in der symmetrischen Schaltung ohnehin auslöscht und durch den gewählten hohen Ruhestrom von vorn herein gering ausfällt.
Paradox an dem Gerät (wie an allen Verstärkern mit hohem Ruhestrom Class A oder AB): je lauter man hört, desto kälter wird die Kühlrippe. Es wird dann eben nur Leistung zum Lautsprecher umgeleitet, die sonst in der Endstufe selber in Wärme aufgeht. Der ganze Gehäusedeckel ist massiver Aluminium-Strangguss und dient der Wärmeabfuhr, das Gerät wird oben je nach Außentemparatur wenigstens 40-50°C heiß - also bitte nicht abdecken (siehe Handbuch).

Übrigens ist der Endstufen Aufbau dieser Generation von Musical-Fidelity-Geräten im Detail wohl die Schaltung, die einer Röhren-Push-Pull-Stufe am nächsten kommt, entsprechend verhalten sich diese Geräte in der Verkopplung mit den Lautsprechern auch ähnlich einer Standard-Röhren-Schaltung - durch den nicht notwendigen Übertrager allerdings mit deutlich mehr Führungs-Stärke pro Watt in den unteren Registern. Sie können das als Anhaltspunkt nehmen: funktioniert Ihr Lautsprecher gut mit PP-Röhren-Verstärkern, dann tut er das sehr wahrscheinlich auch z.B. mit einem A1-X.

Das hier angebotene Gerät habe ich übrigens erst kürzlich per ebay angekauft, glücklicher Weise nicht so verunstaltet, wie die Beschreibung hätte vermuten lassen. In den letzten 2 Jahren habe ich mittlerweile so um die 50 A-Geräte von Musical Fidelity bearbeitet, eigene und Kundenaufträge, dabei wurde auch das Bearbeitungs-Konzept ständig weiter entwickelt. Inzwischen kann man alle meine Werkstatt-Ausgänge der Typen A1, A1-X, A100, A100-X, A200, MA50, David und Avalon getrost als Neubauten bezeichnen, denn als beste und schnellste Methode hat sich das zügige Ab- und Neubestücken ohne Rücksicht auf Einzelheiten erwiesen - an ein paar Stellen im Ablauf werden dann Prüfungen fällig, die ungewöhnliche Fehler aufdecken und beseitigen lassen - das geht inzwischen deutlich schneller bei gleichzeitig erhöhter Gründlichkeit bei mehr und mehr ausgetauschten Einzelteilen.

 

Das Gerät hat geschlossenen Seitenteile, das bedeutet mehr Hitze, aber weniger Dreck im Gehäuse. Sein (heizender) Ruhestrom liegt aber nicht am oberen Ende der MF-A-Skala, so dass der Hitzeverschleiß eher durchschnittlich ausfallen wird.

Der Vorbesitzer hatte das Netzkabel entfernt, ich hatte noch 2m hochwertiges, geschirmtes 2x 0,75mm2 LAPP-Ketten-Kabel mit Netzspannungs-Zulassung, hier beim Einbau. Im unverbohrten Gehäuse sitzt jetzt eine Kabelverschraubung, das Kabel ist per 8-Knoten zusätzlich gegen gefährliches Heraus-Reißen geschützt, der Schirm ist im Schuko-Stecker geerdet, am anderen Ende aber nicht angeschlossen, sondern per Schrumpfschlauch isoliert (siehe weiter unten). So filtert das Kabel einerseits etwas, andererseits ist die ursprüngliche Schutzklasse 2 des Gerätes erhalten geblieben.

 

 

 

A1-X und Geschwister

Ich werde oft gefragt, was denn jetzt der Unterschied zwischen dem A1, dem A1-X und dem David sei (analog dazu auch zum A100 <-> A100-X sowie Avalon <-> A200).
Kurzum: Kein oder wenig Unterschied, richtige Namen haben die Geräte für den Kontinent, die Briten dagegen haben sich mit Buchstaben-Zahlen-Kombinationen wohl zufrieden gegeben. In einigen A1-X-Geräten und Davids ist die in ihrer Topologie nicht so gute Original-Vorstufe aufwändiger versorgt (Gyratoren), einige Exemplare des A1-X und fast alle Davids sind mit parallel geschalteten 1µF-Folien-Kondensatoren im Netzteil versehen, manche A1-X und fast alle Davids haben einen Folienkondensator am Gleichrichter-Eingang. Manche Geräte haben gelochte Seitenbleche, andere nicht, Deckel sind zweiteilig und eloxiert oder durchgehend und lackiert, Quellwahl-Umschalter gibt es in zwei Lorlin- und einer Alps-Variante und bei den verschiedenen Kondensatoren wurde fast durch den gesamten Markt gewechselt.
Die Leistungsdaten sind bei den Geräten in gleich großen Gehäusen nahezu identisch, nicht aber der Ruhestrom, der wurde an zwei Stellen immer wieder variiert: Emitterwiderstände (0,22 oder 0,47 Ohm) bzw. den vorgesehenen hochohmigen Einstellwiderständen, bei denen ich zwischen 2,7MOhm und 6,8MOhm schon so ziemlich jeden (auch kombinierten) Wert vorgefunden habe - an dieser jeweiligen Grundeinstellung greife ich aber nur ein, wenn Überhitzung droht.

Alles in allem kann ich behaupten, trotz gleicher Typen-Bezeichnung noch nie zwei wirklich gleich aufgebaute A-Geräte auf dem Tisch gehabt zu haben, die kommen alle sehr individuell - und verlassen mich nach der Revision weit uniformer. Da meine Bearbeitung weit deutlichere Fortschritte an den Geräten hervor ruft und ein wesentlich gleichmäßigeres Ergebnis erzeugt, als die Unterschiede zwischen den Typen sind (die Exemplarstreuung ist tatsächlich größer, als der Typenunterschied!), möchte ich behaupten, dass sich in den kleinen Gehäusen bei den revidierten Geräten der A1, der A1-X und der David 1 nichts mehr nehmen. Die wesentlichen Unterschiede gleiche ich aus. Einzig der David 2 mit seinem doppelt gesiebten Netzteil (die Variante kann man von außen nicht erkennen) ist da wirklich noch ein wenig besser.

Vor allem aus Gründen der Haltbarkeit steige ich übrigens von den originalen 10.000µF-Netzteil-Kondensatoren der drei "kleinen" Varianten immer auf 15.000µF-Typen um - die Bauform der 10.000er hat sich nämlich inzwischen derart verkleinert, dass auch das Oberflächen-Volumen-Verhältnis unnötig ungünstiger ist - die heutigen 15.000er sind exakt so groß wie die alten 10.000er - darum kommen jetzt die rein - entkoppelt werden die dann nicht mit den vorgefundenen 0,47Ohm, sondern mit 0,33Ohm-5W-Widerständen - das ergibt dann den gleichen Siebfaktor wie vorher - nur ist und klingt das Netzteil etwas mächtiger.

Beladen werden diese Elkos nach der Revision übrigens auch durchgängig mit neuen, ultraschnellen Dioden, die jetzt auch generell am Gleichrichter-Eingang einen Folien-Kondensator ergänzt bekommen, wo er im jeweiligen Modell noch nicht vorgesehen war.

geschirmtes LAPP-Netzkabel mit Zugentlastung und ohne Aufbohren des Gehäuses - hier kommt die Energie rein in's Gerät, daneben sind ebenfalls an Lapp-Kabel angeschlossen die Lautsprecher-(Leistungs-)Ausgänge, verwendet wurde hier ein 250mm-Stück LIYY 4x1,5mm2 Man beachte auch die neuen Gleichrichter-Dioden mit dem neuen Entstör-Kondensator.

Revision

Zusammenfassend wurden erneuert:

  • das komplette Hauptnetzteil (Gleichrichter, Lade-Elkos, Entkoppel-Widerstände, Siebelkos),
  • alle kleinen Elektrolytkondensatoren,
  • die Lautsprecherleitungen,
  • alle Signal-Schalter und
  • die komplette Vorstufe.

Zum Einsatz an Stelle des Original-Billig-ICs kommt eine kleine Platine am neuen Alps-Potentiometer, die mit dem Regler eine aktive Einheit bildet. Den simplen Schaltplan dazu hat Marc Hennessy entworfen, nichts patentfähiges, aber genau zur Aufgabenstellung passend. Einige Widerstände im Endstufenbereich sind aus Gründen der Zuverlässigkeit und Symmetrie auch gegen neue MOX-Typen gewechselt, doch immer noch kostet mich  so eine Revision selbst bei gleichzeitiger Bearbeitung mehrerer baugleicher Exemplare deutlich über einen halben Arbeitstag, vom nicht so ganz billigen Material mal abgesehen. Die Platine wird zu großen Teilen regelrecht zerlegt, im abgebauten Zustand ist das Kühlprofil genauso entfernt, wie sämtliche Styroflex-Kondensatoren - denn die würden die abschließende (Ultraschall-)Wäsche der Platine im Flussmittel-Entferner-Bad übel nehmen. Wo nötig bekommt so ein Gerät neue Buchsen, neu ICs, neue Phono-Eingangs- oder sonstige Kleinleistungs- Transistoren, manchmal, falls defekt, auch einen kompletten Satz MJ15015/15016-Endtransistoren. Stets erhalten die Kabelenden des Trafos und der Endtransistoren noch zusätzliche Gummi-Isolierschläuche, wird die Wärmeleitpaste sorgfältig neu aufgetragen und die Schrauben nahezu durchgehend auf schwarze Innensechskant-Typen umgestellt.  Das Ergebnis kann sich sehen und hören lassen, das werden Ihnen meine bisherigen Kunden bestätigen. Die auffälligen Störungen sind ohnehin weg, doch auch alles durch die Original-Vorstufen-Topololgie bedingte Störpotential gehört der Vergangenheit an.
Lesen Sie zur Revision auch meine Fixpreis-Angebot-Seite.

Und hier sehen Sie die neueste Generation der Vorstufen-Platine. Alles völlig reversibel eingebaut, keine Leiterbahn-Unterbrechungen oder sonstige Beschädigungen, die man nicht rück-bestücken könnte - nur hat den Wunsch auch noch kein Kunde geäußert.
An der Position des alten Vorstufen-IC (vorne unter der gelb-blauen Leitung) kann man übrigens die hier ersatzweise bestückten Bauteile der neuen, rauscharmen IC-Versorgung sehen. Seit deren Einführung geht die Vorstufen-Versorgung nicht mehr einseitig zu Lasten des rechten Kanals sondern hängt direkt mit eigenem Sternpunkt an der Haupt-Versorgung. Unabhängigkeit und Symmetrie sind damit deutlich besser verwirklicht, was man im Vergleich mit den Vorgänger-Varianten schon beim Ein- und Ausschalten merkt. Ich finde, es klingt auch im Normalbetrieb stabiler und selbstverständlicher.
Mit der ausgebauten Original-Vorstufe kann man das Ergebnis überhaupt nicht mehr vergleichen, die ist gegenüber dieser Hennessy-Variante nahezu unterirdisch. Das brauche ich aber hier nicht alles wiederholen, das steht schon auf meiner Fixpreis-Revisions-Seite.

Wo im Gerät vorher ein genieteter ALPS-Umschalter mit alternierendem Raster saß, ist oft (wie hier) wegen Bruch oder Aussetzer der Nieten ein neuer Lorlin-Schalter von Nöten. Das Original-Raster gibt es aber nicht mehr, gut und nachhaltig (weil jederzeit auch wieder gegen Neuware ersetzbar) funktioniert diese Lösung mit der umgedrehten Schalter-Platine (Vorschlag Marc Hennessy).

Man sieht auch neben dem Schalter, angelehnt an den spätern David-Exemplaren, die Umstellung auf rauscharme Japan-Eingangs-Transistoren in der Phono-Stufe.

Wie das Gerät nun klingt, habe ich auch bereits mehrfach beschrieben, ich darf Ihnen dazu vor allem meinen Artikel zur allerersten A1-X-Revision ans Herz legen (daraus geht auch hervor, warum ich an diesen Geräten nur Komplett-Überholungen und keine Detail-Reparaturen mache) Hier nur eine kurze Zusammenfassung - recycelter Text sozusagen:

Überrascht war ich bereits beim ersten Exemplar von der unerwarteten Klarheit., Mit der neuen, professionell gefertigten Platine ist es noch mal besser geworden: Der Verstärker zieht jetzt nicht mehr den leicht samtigen, leicht nervigen Verzerrungs-Vorhang vor die Lautsprecher, Stimmen sind einfach da! Hätte nie geglaubt, dass das so eindeutig nur aus der Billig-Vorstufe rührt, die Endstufe ist in Wirklichkeit total sauber und dynamisch. In meiner Achtung sind die Geräte um zwei Klassen gestiegen, es macht jetzt einfach riesig Spass jetzt damit zu hören. Bessere Räumlichkeit, viel besseres Timing, schneller, breitbandiger und vor allem der klare Gesang. Man kann es jetzt stundenlang vor dem weit aufgedrehten Gerät aushalten, nichts nervt mehr, es kommt Freude auf.

Herzlichen Dank an Mark Hennessy!

Empfehlung

Inzwischen hat sich auch ein eigener "Lieblings-Lautsprecher" für das Gerät gefunden, gar einer aus der bezahlbaren Liga, andererseits extrem schwer beschaffbar: die Paradigm Atom Monitore V5 sind an diesem Gerät kaum zu übertreffen, Schalldruck, Lebendigkeit, kontrollierter Bass, räumliche Darstellung - alles mit einem Kleinst-Punkstrahler aus der Einstiegs-Preisklasse!