Endstufe

Harman Kardon PA 2400 Sinature Series schwarz

Komissionsgerät

Preis: 685,- €, komplett revidiert mit 3 Jahren Garantie*
*Erläuterung siehe Garantiebestimmungen
Den dazu passenden HK 6800 für den Bi-Amping-Betrieb gibt es HIER .

Eigenschaften:

  • Gehäuse außen in gutem Zustand, innen Rostspuren (Keller-Kater-Schaden...?)
  • Stereo- und Monobetrieb (brückbar, jedoch klanglich nicht zu empfehlen)
  • Impedanzwahl
  • Auto-Start-Funktion (auch nicht unbedingt zu empfehlen)
  • Eingangspegel einstellbar/anpassbar

Revision

  • Beseitigung aller akuten Fehler
  • Erneuerung aller Elektrolyt-Kondensatoren außer der vier großen Lade-Elkos des Netzteils
  • neue Brücken-Gleichrichter mit Kühlkörpern
  • neue Treibertransistoren im einen Kanal (Originaltypen statt der hier verbauten und unpassenden Tauschtypen)
  • Nachlöten aller Lötstellen

Front- und Rück-Ansicht des angebotenen Geräts (mit neuen stabilen Kabelklemmen, 4mm)

Eine Harman-Endstufe - Die größte dieser Serie

Irgendwann landete in meinem Fundus diese Endstufe. Da wir auch die 6800 mit Vorstufenausgang haben, kam schnell die Idee zu einer - salopp ausgedrückt - "Männer-Anlage" auf, die im Prinzip für alles, was man so hat, viel zu groß ist. Oder anders gesagt "supersized", typisch "amerikanisch" eben, eine fast schon plumpe Art von Gigantismus - zumindest, was zeitgenössische Stangenware betrifft.

Denn diese Endstufe ist die größte ihrer Art bzw. ihrer Serie. Wo sich der größte Vollverstärker, der HK 6950, pro Kanal 6 Endstufentransitoren leistet, ist hier nochmals ein Paar dazugepackt.

Darfs noch etwas mehr sein? Endstufenplatine mit 8 Endtransistoren vor der Bearbeitung

Latrinenpfuhl und andere Widrigkeiten

Der Blick ins innere dieser Endstufe lies zunächst nichts Gutes erahnen. Dort, wo bei den Vollverstärkern sonst die Vorstufen-Platine sitzt, ist hier nichts, außer Rost. Auch an anderen Stellen fand sich Rost, und so stellte sich die berechtigte Frage, wie das passieren könnte. Überschwemmungsschaden? Waschmaschine im Keller ausgelaufen? Nun, beim Löten gab es mitunter einen beißenden Geruch, der Haustierbesitzern zuweilen bekannt sein könnte. Ich kannte ihn noch nicht bzw. zumindest nicht vom Löten...

Also sei gleich gesagt: das gesamte Gehäuse etc. ist komplett gereinigt, sodass es nunmehr nach ganz normalem Verstärker riecht, die Roststellen sind abgeschliffen (soweit möglich) und mit ein paar Tropfen Öl versiegelt. Wer mit diesen "Beeinträchtigungen, die man nur bei geöffnetem Gehäuse wahrnehmen kann, leben kann, sei herzlich willkommen.

Endstufe im Eingangszustand, rechts das Nichts und der Rost gut erkennbar

Arbeiten

Im Vergleich zu ihren verwandten Vollverstärkern ist diese Endstufe in Sachen Bearbeitungsfreundlichkeit eine wahre Wohltat. Vieles steckt ja auch nicht drinnen. Von daher ist der Material- und Zeitaufwand bei weitem geringer als z.B. beim HK 6800/6900/6950. Es gibt soviele Platinen, wie sich an einer Hand abzählen lassen, keine Regler oder verbaute Schalter, keine filigranen Kabelbäume, schlicht also viel Platz und Bewegungsfreiheit zum Arbeiten.

Und dennoch hat man bei Harman unter der Frontblende die eines Vollverstärkers mit allen Löchern für Regler, Knöpfe usw. gelassen.

An der 2400 wurden sämtliche Elkos gewechselt, sämtliche Lötstellen nachgelötet, und darüber hinaus noch ein paar kleine Eingriffe vorgenommen. Unter anderem wurden die Eingangsbuchsen mit Koppelelkos (Nichicon Muse BP) versehen, ebenso wurde die Treiber-Platine mit einem bipolaren "Fußpunkt-Elko" mit Bypass-Folien-Kondensator versehen, beide Maßnahmen zu dem Zweck, die relativ hohe Offset-Spannung in den Griff zu bekommen, die bisher durch die Mit-Verstärkung jeglicher externer und interner Gleichspannungsanteile z.B. durch Eingangs-Temperaturdrift recht heftig am "hüpfen" war, was stets eine latente Gefahr für den Basstöner darstellt. Auch die HF-Filterung der Endstufe wurde etwas "runter gezogen". Das Gerät hat mit alle diesen sichernden Maßnahmen jetzt immer noch eine Bandbreite, die bei Bruchteilen eines Hertz beginnt und bis zu etwa 300kHz hinauf langt. Die Gleichspannung am Ausgang schwankt jetzt aber nicht mehr "original" um wenigstens +/- 100mV, sondern verharrt brav im niedrigen einstelligen Millivolt-Bereich. Anstiegs-Verzerrungen oder Radioempfang gehören durch das verbesserte HF-Filter ebenfalls der Vergangenheit an - wobei sich an der eigentlichen Verarbeitungsgeschwindigkeit ja nichts geändert hat, nur die Signale wurden per Tiefpass leicht in der Steilheit begrenzt, damit sie den Verstärker keinesfalls je überfordern können. Den besseren Klang und die bessere Funktion, die man bei der Konstruktion (besser: bei der Umgestaltung der Bandbreite-Messwerte des Geräts durch das Produkt-Management) extremeren Grenzwerten zwecks besserem Verkauf mittels imposanter Datenblatt-Zahlen geopfert hatte, haben wir bei diesem Gerät erstmalig "zurück geholt". So "stabil" und betriebssicher läuft sonst kein Exemplar dieser Serie.

Eingang und Eingangsstufe mit Entkopplung

Auch die Endstufenplatinen erhielten besondere Zuwendung, da hier, wie nun bekannt, auch lose Lötstellen unter den Flussmittelresten schlummern können, wovon bei einer Sichtkontrolle nichts zu bemerken ist.

Zusätzlich bekam die Endstufe in jeden Kanal einen Trimmer in die Signalzuleitung, um den Eingangspegel und somit die Verstärkung genau einstellen zu können. Nach sorgfältigem Abgleich dieser Einsteller weist die PA2400 jetzt im Zusammenspiel mit dem HK6800 exakt den gleichen Ausgangspegel wie dessen interne Endstufe auf. Und erst damit werden die beiden mächtigen Geräte auch zu idealen Bi-Amping-Partnern. Wer die Endstufe dagegen "allein" betreiben will, kann hier meinetwegen auch "voll aufdrehen", oder aber die Empfindlichkeit so wählen, dass er den Regelbereich seiner jeweiligen Vorstufe je nach deren Ausgangspegel und seinen Hörgewohnheiten optimal nutzt.

Bourns-Trimmer zum exakten Pegelabgleich

Ein weiterer Blick offenbarte, dass an dieser Endstufe in der Vergangenheit schon mal gearbeitet sein worden musste. Normalerweise sind die Brückengleichrichter der großen HKs und der PAs mit Kühlkörpern versehen. Hier jedoch war einer wohl mal gewechselt und durch einen unpassenden anderen ersetzt worden, wodurch der Kühlkörper nicht mehr montierbar wurde und ins Nirwana verschwand.

Um hier wieder Gleichheit herzustellen, bekam die Endstufe zwei neue Brückengleichrichter mit "custom made" Kühlkörper, die wohl so nirgends verkauft werden.

Vorher und Nachher im Netzteil

Eigentlich gab es bei der ganzen Überarbeitung keinerlei besondere Vorkommnisse, nahezu alles lief auf Anhieb wie erwartet und die Kleinigkeiten, die beim ersten Anlauf noch nicht optimal ausfielen, waren schnell behoben.

Klang

Tja, an dem Vorstufenausgang eines HK6800 Klingt die Endstufe im Prinzip wie ein 6950, nur eben noch ein wenig "Tritt". Diese Endstufe gehört zu der Kategorie "wohin mit mit meiner Kraft", was sie jedoch keineswegs aus dem Gleichgewicht bringt. Und hier fehlen uns leider ein paar Höreindrücke, nämlich im Bi-Amping-Gespann mit dem 6800 an einem Paar entsprechend "hungriger" Lautsprecher, beispielsweise großen Standlautsprecher mit Bi-Wiring und großen Ansprüchen an die Dämpfung - dann hätte man den idealen Betriebsfall.

Im Stand-alone-Betrieb an einer Vorstufe überzeugt die PA 2400 angesichts dessen, was sie für diesen Preis leistet, auf ganzer Linie.