Vollverstärker

Exposure XXV RC

Preis ab 928,- €** (Mitnahmepreis)
**bei Inanspruchnahme Skonto
- komplett revidiert
3 Jahre Garantie*
*Erläuterung siehe Garantiebestimmungen

Revision:

nach Bedarf, mindestens:

  • Erneuerung aller kleinen Elektrolyt-Kondensatoren
  • Ausbau, Zerlegen, Reinigen und Versiegeln aller Bedienelemente
    soweit vorrätig: Tausch Signal-Motor-Umschalter (wie original ALPS/YAMAHA-Variante) mit vergoldeten Signal-Kontakt-Ebenen gegen Signal-Aussetzer durch Korrosion (Silber-Sulfit-Belag)
  • Neue Zener-Dioden
  • Abgleich Netzteil
  • Abschaltung Strombegrenzung (kann auf Wunsch unterbleiben)
  • Korrektur Masseführung (klanglich besser, völlig Brumm-frei)

Eigenschaften:

  • Gehäusedeckel, Boden- und Rückseite Alu lackiert
  • gebürstete, schwarz eloxierte Alu-Frontpaltte
  • 4 Line Eingänge
  • Tape Schleife
  • ca. 2x 55W@8Ω
  • motorisierter Lautstärkeregler
  • motorisierter Quellwahlschalter
  • Fernbedienung (Original oder komplett angelernter Ersatzgeber)
  • Tape-record Umschalter
  • im Unterschied zu Exposure X/XV/XX kein Lineverstärker, daher geringstes Rauschen und weniger Endstufen-Gegenkopplungs-Artefakte - einziger Exposure-Vollverstärker mit Eignung für Hoch-Wirkungsgrad-Lautsprecher (Hörner)

Frontansicht

Rückseite

zwei revidierte Geräte unter Spannung mit Fernbedien-Gebern

Abgleich Lautstärkeregler nach Revision im oberen Gerät (relative R/L-Schleifer-Winkeleinstellung)

die Geräte von hinten mit Exposure-Lautsprecher-Kabeln

Nichts für Plattenspieler-Liebhaber. Aber ansonsten...

Mein langjähriger Preis-Leistungs-Favorit ist und bleibt der Exposure X in seiner dritten Fassung - robust, ausgereift bzw. akustisch ausgefeilt, technisch nicht fehlerlos, jedoch musikalisch überragend.

Diesem Überflieger folgten als Nachfolger der technisch überlegene XV (super), seine Phono-lose Variante XX (super) und zuletzt hat man den Innenraum, der beim Xer/XVer von Phono belegt samt der Platinenfläche für den Line-Vorverstärker auch noch umgewidmet und hierhin eine selber entwickelte Fernbedien-Einheit geroutet, möglichst störungsarm. Das Gerät wurde mit der XXV versehen und hat große Ähnlichkeiten mit der Vorstufe XXI. Vom gesondert versorgten Fernbedien-Prozessor werden hier ein motorisierter Alps-Quellwahlschalter und ein Motor-betriebenes Alps-Potentiometer gesteuert, es lässt sich also einfach alles vom Hörplatz aus bedienen, ohne dass man das elektromechanische Konzept im Wesentlichen hätte umschmeißen müssen: alles läuft noch über normale, versilberte Kontakte. Die Verzögerungs-Schaltung für das Stummschalt-Relais zwischen Umschalter und Endstufe hat man sich auch sparen können, das wird einfach ebenfalls vom Prozessor bedient, wenn er denn schon mal da ist.

Das Innenleben eines Exposure XXV RC

Hier hat sich für die Geräte auch der einzige wirkliche Nachteil herausgestellt:
Bislang waren bei den Vollverstärkern nahezu Luft-dichte Schalter mit hervorragender Silber-Legierung verwendet worden, bei denen ich noch nie auch nur den geringsten Aussetzer feststellen konnte, öffnet man einen, ist das Silber stets blank. Bei den Lautstärkereglern ist das zwar nicht ganz so gut gelöst, doch die werden immerhin bei den meisten Geräten regelmäßig bewegt und reiben sich so frei, wo sich nach und nach durch Schwefel in der Luft eine Silbersulfit-Schicht auf dem Ring des Rückleiter-Kontakts bildet.

Bei den Motor-Schaltern von Alps ist das leider nicht so, die sind sehr gut belüftet und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zu Signal-Aussetzern kommt und - was eigentlich noch schlimmer ist - zu Verzerrungen durch die VDR-Eigenschaften der Korrosions-Schicht (VDR=spannungsabhängiger Widerstand - Silbersulfitbeläge werden erst bei erhöhter Spannung leitfähig).

Yamaha hat sich wegen des großen Ärgers mit dem gleichen Schalter-Typ von Alps eine Lösung machen lassen: die beiden hintersten Schalter-Ebenen, die die eigentliche Signal-Umschaltung erledigen, wurden gegen vergoldete ausgetauscht. Diese Schalter gab es einige Jahre für Reparatur-Werkstätten für diverse Yamaha-Verstärker (z.B. AX-550) zu kaufen und haben das Problem nachhaltig beseitigt. Der letzte UVP-Preis für solche Schalter lag bei ca. 115€ - und das ist bereits wieder mehr als ein Jahrzehnt vorbei.

Wir bauen im Rahmen der Revision regelmäßig AUCH Alps-Schalter mit vergoldeten Signal-Ebenen ein - weil dann einfach "Ruhe ist". Nur dass wir halt die Ebenen in einer Galvanik nachträglich vergolden lassen. Die Galvanik-Kosten inklusive Edelmetall-Preis sowie der Aufwand von Hand (Ausbau, Zerlegen, Vor-Reinigung, Kurzschließen aller Kontakte, Einsenden, Nach-Reinigen/Polieren, Zusammenbau) für das ganze Hin- und Her ist beträchtlich, daher sind wir bei diesem Preis pro Schalter geblieben.

Masseführung

Da hat der Her Farlowe denn damals doch mal einen Bock geschossen - einen vererbten eigentlich, der sich beim Xer und XVer noch nicht ausgewirkt hatte, beim XXV und entsprechenden Vorverstärkern zwar offenbar wahrgenommen wurde (weil man nämlich ein Schirm-Blech hinter den Trafo geschraubt hat), den man sich mindestens anfangs aber nicht wirklich erklären konnte. Und da ich noch die Worte des Entwicklers zur Wichtigkeit einer korrekten Masseführung im Ohr habe, habe ich hier ebenfalls nie das Grund-Konstrukt angezweifelt, bis mir das mal 2020 zu sehr auf den Senkel ging mit dem Nebengeräusch und dessen Abhängigkeit von einer Kondensator-Durchkontaktierung neben dem Bedien-Prozessor, wo sich ein paar Masse-Bereiche treffen. Das war hier ganz offensichtlich nicht zu Ende gedacht worden.

Hier ist auf der Oberseite das Kupfer ursprünglich zwar bis zum Bein gezogen, aber nicht verlötet. Wackelt man dann an dieser Stelle und bekommt/verliert Kontakt mit der Kupferkante, brummt es mal mehr, mal weniger. Entsprechend habe ich hier den Abstand durch Ansenken "sicher" vergrößert.

Es hat ein paar Stunden gedauert und die Leiterbahnen konnte man dazu nicht unberührt lassen, Unterbrechungen waren unumgänglich. Es hatte sich dabei um ein total verbasteltes, rück-gebautes Gerät gehandelt, so dass das hier aber auch gar nicht mehr auffiel. Und siehe da: kaum macht man's logisch komplett richtig, verschwindet nicht nur der sonst stets vorhandene Brumm vollständig. Nein, auch die akustischen Fähigkeiten des Geräts nehmen rapide zu - insbesondere die korrekte Räumlichkeit der Darstellung verbessert sich phänomenal, besonders die Tiefenstaffelung. Bei den beiden Eigengeräten vom Ende des Jahres 2020 wusste ich das dann schon, die hatten ja fast benachbarte Seriennummern und waren im entsprechenden Bereich tatsächlich ab Werk schon ein wenig in die richtige Richtung korrigiert. Doch erst mit wieder schließen der vorgefundenen Werks-Unterbrechung und Anbringen meiner beiden eigenen sowie der einen korrigierenden Brücke war hier alles perfekt. Die letzten vier bei mir bearbeiteten Geräte wiesen auch mit dem Ohr an der Bassmembran nicht den geringsten wahrnehmbaren Brumm mehr auf.

zu Ende korrigiert: so funktioniert der XXV perfekt

Klangliche Vorteile des Weglassens

Wenn der XXV sich schon total entbrummen lässt, dann kommt noch dazu, dass ja bei diesem Modell für den Platz der Fernbedienung die sonst obligatorische Line-Stufe geopfert wurde. Normalerweise ein balancierendes Element, denn die Summe der gewünschten Verstärkungsfaktoren ist in solchen Konstruktionen sehr Klang-beeinflussend. Lässt man also eine Vorstufe mit einer Anhebung von einigen dB weg (beim Exposure X z.B. 11-fach=21dB) dann sinkt natürlich die Gesamt-Empfindlichkeit des Verstärkers, was man auch in Zeiten von reinen Hochpegel-Signalen noch ausgleichen muss. Beim XXV sind in der Endstufe 30dB Verstärkung gewählt, beim Xer waren es noch 24dB. Entsprechend hat man zwar beim XXV nur maximal 30dB Gesamtverstärkung zur Verfügung, beim Xer waren es noch 44dB - doch dafür fällt

  • eine stets ein wenig rauschende Line-Stufe unter den Tisch und
  • die Gegenkopplung der Endstufe reduziert sich um 6dB

Solche Maßnahmen verändern zwar nicht total den Charakter, der Dämpfungsfaktor z.B. bleibt von den Exposure-üblichen 0,22 Ohm in der Ausgangsleitung weiterhin dominiert, eine Eignung für Wirkungsgrad-arme, Leistungs- und Dämpfungs-hungrige Deutsch-Hifi-Boxen ist also weniger denn je gegeben - doch die Endstufe läuft natürlich auch "weniger zwanghaft", die Gegenkopplungsschleife klingt mit jeglichen ungewollten Effekten schneller ab. Dynamische Verzerrungen, TIM, vom Endstufen-Schalten (dessen Stör-Komponenetn bei der gewählten Compound/Sziklai-Topologie ohnehin sehr gering ausfallen) können nicht so lange chaotisch kreiseln und Störfahnen entwickeln, wie bei den Vorgänger-Vollverstärkern noch. Bei denen hatten etliche Versuche ohnehin ergeben, dass man das Gerät klanglich mit hochverstärkenden Transistoren in der Spannungs-Verstärker-Stufe (VAS) komplett an die "japanische" Wand fahren konnte. Der Klirr geht mit erhöhter Leerlauf-Verstärkung (= mehr Über-Alles-Gegenkopplung) genauso runter, wie die Musikalität. Und mit den 6dB WENIGER Gegenkopplung in diesem Gerät nimmt sie entsprechend wahrnehmbar zu.

Eine Nebenfolge lässt sich am Rückseiten-Aufdruck erkennen: wo die Vorgänger noch stehen hatten, dass bei Nicht-Verwendung von Exposure-Kabeln die Garantie eingeschränkt ist, da findet man hier nur noch eine bloße Empfehlung für den optimalen Klang. Weniger gegen-gekoppelt erhöht sich nämlich die Stabilität des Verstärkers merklich, so dass ihn ein falsches Kabel (meines Wissens besonders extrem induktive Leitungen) nicht mehr so leicht aus dem Tritt bringt. Auch wo ein Xer oder XVer mit dem falschen Kabel und ein wenig "Gas geben" noch gar gruselig getönt hat, ist dieses Gerät längst nicht so Mimosen-haft und funktioniert einfach mit einem breiteren Spektrum an Strippen immer noch gut.

Empfehlung statt Garantiebedingung

Wer also Phono braucht, sucht sich einen Xer oder XVer, wer darauf verzichten kann, sowohl ein klein wenig mehr Maximal-Leistung mag, als auch empfindliche Lautsprecher betreiben ohne das geringste Störgeräusch - und zudem noch alles vom Hörplatz aus regeln - die oder der fährt mit einem revidierten XXV absolut optimal. Was nicht passieren darf, ist ein Blitzschlag - da kann bei Prozessor-Schaden nur noch Exposure selber helfen, solange der Vorrat reicht. Ist aber bei allen proprietär ferngesteuerten Geräten so - also im Grunde bei allen Neugeräten, der XXV zählt unter all denen doch immer noch zu den am besten reparablen.